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Bürgermeldungen
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Stadtplan
02.11.2016

Glanzvolle Eröffnung

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Nach exakt sechs Monaten Bauzeit präsentierte sich das neue Jüdische Viertel bei der feierlichen Eröffnung am Nationalfeiertag, dem 26. Oktober 2016, ganz offiziell allen Besucher/innen. Trotz kühler Temperaturen fanden sich rund 1.000 Besucher/innen auf dem Platz ein und waren dabei, als der neue Salomon Sulzer Platz feierlich seinen Namen erhielt. 

Besonders erfreulich: Das Budget in der Höhe von 1,9 Millionen Euro und der Zeitrahmen des Projekts konnten gehalten werden! Mit einem großen öffentlichen Fest feierte die Stadt Hohenems die Eröffnung des Viertels. Zudem wurde der Platz vor der ehemaligen Synagoge feierlich zum Salomon Sulzer Platz ernannt und geweiht. Neben Bürgermeister Dieter Egger, dem Direktor des Jüdischen Museums Dr. Hanno Loewy und Pfarrer DDr. Thomas Heilbrun waren auch der Rabbiner Tovia Ben-Chorin aus St. Gallen sowie der Nenzinger Imam Aezai Ates zugegen, um der Segnung des neuen Platzes einen würdigen Rahmen zu geben. Dann war es schließlich soweit: Bürgermeister Dieter Egger enthüllte feierlich das neue Platzschild des „Salomon-Sulzer-Platzes“, welches nun am Brettauerhaus neben dem Salomon Sulzer Saal zu finden ist. In seiner Eröffnungsrede betonte Bürgermeister Egger, wie viel sich in den letzten Jahren in Hohenems getan hat: „Begonnen haben wir mit der provisorischen Umgestaltung des Schlossplatzes, welche erfolgreich viel Leben in die Stadt gebracht hat, und nun feiern wir heute nach sechs Monaten Bauzeit die Neugestaltung des Jüdischen Viertels. Anhand des großartigen Ergebnisses sieht man nun, wie viel Potential tatsächlich in Hohenems steckt - und nun liegt es an uns, dieses Potential auch voll auszuschöpfen!“. Während der gesamten Eröffnungszeremonie sorgten Oberkantor Shmuel Barzilai mit klassischen Stücken und die Bürgermusik Hohenems für eine feierliche Stimmung, ehe das Livemusik-Programm mit den Bauernfängern startete. Für die Bewirtung am Platz sorgten das Jüdische Museum, das Lusthaus, die Restaurants La Strada und Moritz sowie der „Live!“-Musikförderverein. Infostände, wie ein Häkelstand der Herzdamen, und Viertelführungen des Jüdischen Museums rundeten das vielfältige Angebot ab. Um 18 Uhr begeisterten die Schüler/innen der Volksschule Markt mit Schattentheaterstücken aus der Feder der Hohenemser Autorin Monika Helfer die Besucher/innen im neuen Jüdischen Viertel. Abgerundet wurde der Tag dann ab 19 Uhr mit der Band „Roadwork“, die dem Publikum ordentlich einheizte.

Das neue Herz von Hohenems

Auf 2.880 m2 sind rund 130.000 dreifarbige Granitsteine verlegt worden – zwei neue Trinkwasserbrunnen sowie eine moderne LED-Beleuchtung zieren nun das Viertel. In der Mitte des neuen Salomon Sulzer Platzes spenden vier Schirmplatanen Schatten rund um das Kunstwerk der Hohenemser Künstlerin Mariella Scherling. Eine großzügige Möblierung mit Sitzbänken lädt im Viertel zusätzlich zum Verweilen ein. In der Nacht dient die Möblierung mit ihrer ausgeklügelten Beleuchtung zusätzlich als Orientierung für die Autofahrer/innen. Der Wettbewerbssieger, das Stadtplanungsbüro Lohrer Hochrein aus München, zeichnet federführend für die Gestaltung des neuen Jüdischen Viertels verantwortlich. Großzügig ausgefallen sind auch die Abstellflächen und Ständer für Fahrräder. Die Verkehrsfläche des Viertels selbst ist nun eine moderne Begegnungszone: Das bedeutet, dass sämtliche Verkehrsteilnehmer/innen gleichrangig sind und im Rahmen der Straßenverkehrsordnung rücksichtsvoller miteinander umgehen. Allgemein herrscht nun Tempo 20 im Jüdischen Viertel, was neben einer erhöhten Sicherheit auch den Nebeneffekt hat, dass der Platz offener und weitläufiger gestaltet werden kann und keine baulichen Maßnahmen, die Fußgänger/innen zu schützen, notwendig sind. Damit können Cafés ihre Sitzgelegenheiten freundlicher in der Begegnungszone präsentieren und allgemein konnte auf Gehsteige verzichtet werden. „Wir werden in der nächsten Zeit verstärkt auch Geschwindigkeitskontrollen entlang der neuen Begegnungszone durchführen“, so Bürgermeister Dieter Egger.

Taktiles Leitsystem 

Für Menschen mit eingeschränkter Sehfähigkeit gibt es außerdem ein taktiles Leitsystem. Ombudsmann und Stadtplaner DI Bernd Federspiel erklärt auch die Vorzüge der Schwerverkehrsbeschränkung: „Der Schwerverkehr wird weiter über die Spange um das Jüdische Viertel umgeleitet. Nicht nur zum Schutz der Anrainer und Fußgänger, sondern um auch den neuen Belag zu schonen. Der Landbus wird aber ungehindert durch das Viertel fahren und die Bushaltestellen bedienen. Wenn die nächsten beiden Bauabschnitte abgeschlossen sind, hat Hohenems in ganz Vorarlberg die größte Begegnungszone vorzuweisen!“

Bauamtsleiter DI Markus Heinzle fasst weitere Vorteile der Erneuerungsmaßnahmen zusammen: „Wir konnten bei dieser Gelegenheit auch die unterirdischen Leitungen warten, überprüfen und erneuern. Auch die Anschlüsse für die geplanten Fernwärmeleitungen wurden bereits gelegt und vorbereitet.“

Bürgermeister Dieter Egger begeistert

Besondere Freude mit dem neuen Viertel hat natürlich auch das Hohenemser Stadtoberhaupt: „Man muss sich hier nur umsehen, um zu wissen: Hohenems hat ein neues, ein freundliches Gesicht bekommen! Mit dem neuen Salomon Sulzer Platz haben wir nun weit über die Landesgrenzen hinaus einen der schönsten und modernsten Plätze gewonnen, der echte Lebensqualität bedeutet! Ein großes Lob und Dankeschön an alle am Bau beteiligten Partnerunternehmen und Institutionen sowie an die Anrainer und Geschäftstreibenden im Viertel, die in den vergangenen sechs Monaten Geduld mit den Erneuerungsmaßnahmen bewiesen haben. Ich freue mich auch schon auf die kommenden Projekte – denn 2017 wird der Bauabschnitt Harrachgasse bis zur Mitte der Marktstraße angegangen – und 2018 folgt anschließend der Rest der Marktstraße bis zur Engelburg. Parallel dazu erarbeiten wir gemeinsam mit engagierten Bürgern die Planungsgrundlagen für die endgültige Schlossplatzgestaltung“, so Bürgermeister Dieter Egger abschließend.

Fotos: Alexander Schabernig Fotografie