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Stadtplan
15.12.2016

Volksschule Schwefel – Stadtvertretung fasst Grundsatzbeschluss

Volksschule Schwefel – Stadtvertretung fasst Grundsatzbeschluss
Die neue Turnhalle verfügt über eine ausziehbare Zuschauertribüne.
So wird die neue Volksschule aussehen.

Die Hohenemser Stadtvertretung fasste in ihrer Sitzung vom Dienstag, dem 13. Dezember 2016, mit 35:1 Stimmen (eine Gegenstimme ÖVP) den Grundsatzbeschluss für die Umsetzung des Projektes Neubau der Volksschule Schwefel.

Hohenems baut Schule der Zukunft

Das Hohenemser Stadtoberhaupt Dieter Egger ist hocherfreut über den Beschluss der Stadtvertretung: „Wir bauen im Ortsteil Schwefel die Volksschule der Zukunft. Die Schule ist in ihrer Konzeption nicht nur ein architektonisches Highlight – sie erfüllt auch die modernen bildungspädagogischen Ansätze wie Inklusion, Ganztagesschule, verschränkter Unterricht, Lernen in Gruppen, Offenheit und Rückzugsräume – und lässt durch ihre Flexibilität den nötigen Freiraum für Weiterentwicklungen in der Zukunft. Jeder Euro Investition in die Bildung unserer Kinder ist eine Investition in die Zukunft unserer Stadt. Nicht zuletzt prägt die Architektur das Ortsbild und schafft ein kleines, aber feines Zentrum im Wohngebiet Neunteln. Große Freude herrscht auch in der Hohenemser Sportwelt über die neue Zweifachturnhalle, die damit den Vereinen zur Verfügung steht – vor allem dem Badmintonverein, der eine neue und moderne Trainings-und Wettkampfstätte erhält. Der neue, öffentlich zugängliche Sportplatz, der neben der Schule entstehen wird, kommt ebenfalls dem ganzen Ortsteil zugute!“

Gemäß Entwurfsplanung der Architekten ARGE Tabernig / Zierl (Innsbruck) sollen die geschätzten Gesamtherstellungskosten bei rund 17,6 Millionen Euro liegen. Die Projektumsetzung wird nach den Kriterien des Servicepaketes des Vorarlberger Umweltverbandes „Nachhaltig: Bauen in der Gemeinde“ erfolgen. Zudem wurden die Generalplanungsleistungen für rund 1,7 Millionen Euro an die Architekten ARGE Tabernig / Zierl vergeben.

Die Vorgeschichte

Gemäß Kindergarten- und Schulraumkonzept der Stadt Hohenems ist, neben der Sanierung und Erweiterung der Volksschule Herrenried, der Neubau einer zwölfklassigen Volksschule im Stadtteil Schwefel mit einer Fläche von 8.804 m2 vorgesehen.
In insgesamt fünf Sitzungen der Arbeitsgruppe wurden die räumlichen und pädagogischen Anforderungen an die neue Schule ausgearbeitet, die als Grundlagen für die europaweite Ausschreibung eines zweistufigen Architekturwettbewerbs dienten.
In der ersten Jurysitzung wurden von den 98 eingereichten Bewerbungsanträgen 20 Teilnehmer für die zweite Stufe des Architekturwettbewerbs ausgelobt.
In der zweiten Jurysitzung wurde unter 17 Einreichungen dann schließlich das Projekt des Büros ARGE Tabernig / Zierl als Siegerprojekt ermittelt.

Offene Architektur mit inklusivem Ansatz

Das Siegerprojekt überzeugt durch Transparenz und Offenheit der Architektur und unterstützt die Grundsätze einer Pädagogik mit inklusivem Ansatz. Gleichzeitig wird die Möglichkeit zum Rückzug in kleinere Räume oder Lerninseln geboten. Die großzügige offene Gestaltung mit Verglasung unterstreicht den öffentlichen Charakter des pädagogischen Handelns und stellt eine Aufforderung zum vernetzten Denken und Handeln dar. Die Schule wirkt durch das zurückgesetzte Untergeschoß und die großzügigen Glasflächen wie ein schwebend-leichtes Gebilde, in ihrer Höhe ist sie den umliegenden Gebäuden angepasst.

Großzügige Freiräume

Die Dachterrasse erweitert das pädagogische Handlungsfeld um einen wertvollen Raum für Bewegung, Ruhezonen und Lerninseln unter freiem Himmel. Dieser Freiraum im Obergeschoß ist für alle zugänglich und lädt zum modulübergreifenden Arbeiten ein. Schule findet so auf einer gemeinsamen Ebene statt, getrennte Auf- und Abgänge entflechten die Schülerströme.

Klare Strukturierung

Die vier Module sind klar strukturiert, als Einheit erkennbar und trotzdem untereinander frei zugänglich. Ebenerdige Außenräume entsprechen zudem den Anforderungen eines Pausenbereichs bei Trockenheit und Nässe – Sportflächen und Ruhezonen sind ebenfalls ausreichend vorhanden. Die Überdachung des Erdgeschoßes durch das auskragende Obergeschoß ergibt Beschattung in den Verwaltungs- und Fachräumen – bei gleichzeitigem Angebot von überdachtem Außenraum.

„Zukünftige Kindergenerationen werden den ganzen Tag im Schulgebäude und im Außenbereich verbringen. Eine Schule muss daher Möglichkeiten von Lernen, Bewegung und Spiel bieten und möglichst wohnlichen Charakter aufweisen, damit Lernen und Freizeit in einem Umfeld gestaltet werden kann, in dem sich die Kinder und Lehrpersonen wohlfühlen“, heißt es abschließend in der Jurybegründung.

Raum- und Funktionskonzept

Der dreigeschossige Bau besteht aus vier Clustern mit je drei Klassenräumen, drei Gruppenräumen, einer Kleinklasse sowie einer Mitte in der Größe von 80 m2, die für Individualunterricht bzw. Begegnung und Ganztagesaktivitäten gemeinsam genutzt werden kann. Zudem aus einem Lehrerbüro, den Sanitärbereichen und einem Esszimmer mit Küchenzeile.

Das sonderpädagogische Zentrum wird im Zuge der Umsetzung eines inklusiven Bildungssystems ebenfalls in die neue Schule integriert. Des Weiteren sind die Fachräume für Werken, eine Schulbibliothek, ein Musikzimmer, die Zentralgarderobe in Kombination mit der Aula, Räume für die Administration und eine Zweifachturnhalle im Schulkomplex angeordnet.

Für die Durchführung von Sport- und Schulveranstaltungen sind in der Doppelturnhalle eine ausziehbare Tribüne mit bis zu 450 Sitzplätzen sowie ein Buffet zur Essensausgabe, das auch für den Schülermittagstisch verwendet werden kann, geplant.

Energetische und ökologische Qualität des Bauvorhabens

Die Stadt Hohenems ist Mitglied im e5-Landesprogramm für energieeffiziente Gemeinden und bekennt sich zur ökologischen Nachhaltigkeit. Bei der Realisierung von Bauvorhaben verfolgt sie die Minimierung des Massenstroms, der grauen Energie, des Treibhauspotenzials sowie des Schadstoff- und Chemikalieneinsatzes allgemein. Auch bei der Planung (Wettbewerb) der Volksschule Schwefel wurden diese Prinzipien beachtet. Für den Neubau war die sehr hohe energetische und ökologische Qualität ein ausdrückliches Ziel und eine konkrete Anforderung an die Planer/innen.

Erschließung der Schule

Die Haupterschließung der Schule erfolgt über den Oberen Stockenweg. Für die abendliche Nutzung der Turnhalle ist eine eigene Erschließung, abgetrennt vom Schulgebäude, vorgesehen. In den Außenanlagen sind an der Maria-Waldburga-Straße 20 PKW-Abstellplätze und ein Müllhäuschen geplant. In unmittelbarer Nähe des Hauptzugangs am Oberen Stockenweg befindet sich eine überdachte Fahrradabstellanlage. Für Aktivitäten im Freien ist neben der Dachterrasse eine Spiel- und Sportfläche mit einem Fußballkleinspielfeld im südwestlichen Grundstücksbereich geplant.

Vergabe Generalplanungsleistungen

In mehreren Verhandlungsrunden mit den jeweiligen Fachplanern wurde für jeden Fachbereich für die Fachplanungsleistungen „Örtliche Bauaufsicht inkl. Planungs- und Baukoordination“, „Ökologische Bauaufsicht“, „Statik inkl. Prüfstatik“, „HKLS-Planung“, „Elektroplanung“, „Bauphysik“, „Brandschutzplanung“ und „Freianlagenplanung“ der jeweilige Billigst- und Bestbieter ermittelt.

Factbox

Gesamtherstellungskosten gerunde inkl. USt. 17.600.000 €
Bruttorauminhalt (BRI) 32.699,74 m3
Kosten / m3 BRI   538,22 €/m3 BRI
Nettogeschossfläche (NGF) 5.318,49 m2
Kosten / m3 NGF   3.309,21 €/m2 NGF
Jährliche Folgekosten (lfd. Betriebskosten) 128.000 €
Maximale Fördersumme   6.071.855,84 €
Anzahl Schüler/innen   340
Sporthalle  30 x 31,3 m
Außensportanlage  60 x 30 m
Vorgesehener Baubeginn   Herbst 2017
Gesamtfertigstellung   Herbst 2019