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Bürgermeldungen
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Stadtplan
20.07.2016

„Schule der Zukunft“

Juryarchitekt DI Ulf Hiessberger, Bürgermeister Dieter Egger, Bauamtsleiter DI Markus Heinzle bei der heutigen Pressekonferenz
Das Siegermodell
Die Jury bei der Bewertung der 17 eingereichten Modelle
Die Jury bei der Bewertung der 17 eingereichten Modelle
Das Siegermodell

Europaweit ist in einem zweistufigen Bewerbungsverfahren nach einem architektonischen Konzept für den Neubau der Volksschule Schwefel in Hohenems gesucht worden.

91 Architekt/innen haben an der ersten Bewerbungsstufe bis Ende Februar 2016 teilgenommen, von ihnen wurden 20 Teilnehmer/innen von der Jury zur zweiten Stufe eingeladen. Ende Juni sind insgesamt 17 Vorentwürfe eingelangt, aus welchen nun ein Sieger und fünf Preisträger gekürt worden sind.

Bürgermeister Dieter Egger freut sich auf die Realisierung des Projekts: „Wir bauen im Ortsteil Schwefel die Volksschule der Zukunft.  Die Schule ist in ihrer Konzeption nicht nur ein architektonisches Highlight – sie erfüllt auch die modernen bildungspädagogischen Ansätze, die in den vergangenen Jahren erarbeitet und in der Ausschreibung definiert worden sind.
Die neue Volksschule im Schwefel stellt sich den bildungspädagogischen Herausforderungen der Gegenwart – wie Inklusion, Ganztagesschule, verschränkter Unterricht, Lernen in Gruppen, Offenheit und Rückzugsräume – und lässt durch ihre Flexibilität den nötigen Freiraum für Weiterentwicklungen in der Zukunft. Und von einem bin ich fest überzeugt: Jeder Euro Investition in die Bildung unserer Kinder, ist eine Investition in die Zukunft unserer Stadt.
Zudem ist dieser Schulbau auch eine wichtiger Zugewinn für das Hohenemser Vereins- und Sportleben, denn bei ihrer Konstruktion wurden dringend benötigte, moderne Badmintonanlagen berücksichtigt – und auch andere Vereine werden hier ihre sportliche Heimat finden – natürlich mit voller Barrierefreiheit und dem gewünschten inklusiven Gesamtcharakter der Schule. Nicht zuletzt prägt die Architektur das Ortsbild und schafft ein kleines, aber feines Zentrum im Wohngebiet Neunteln“, so das Stadtoberhaupt.

Ausgangslage und Aufgabenstellung für die Architekt/innen

In den vergangenen Jahren wurden das Schul- und Kindergartenkonzept der Stadt Hohenems evaluiert und in diesem Zusammenhang auch das pädagogische Konzept diskutiert.
Um die notwendige pädagogische Offenheit zu haben, ist vorgesehen, vier Cluster mit je drei Klassenräumen, drei Gruppenräumen, einer Kleinklasse und einer Mitte in der Größe von 80 m², die für Individualunterricht bzw. Begegnung und Ganztagsaktivitäten gemeinsam genutzt wird, sowie ein Lehrerbüro, Sanitärbereiche und einen Essbereich mit Küchenzeile, unterzubringen. Des Weiteren sind die Fachräume für Werken, eine Schulbibliothek, ein Musikzimmer, eine Zentralgarderobe, eine Aula und eine Zweifachturnhalle im Schulkomplex anzuordnen.

Der Cluster ist eine autonome Grundeinheit für die Struktur der Schule. Jeder Cluster hat – von den allgemeinen Erschließungsflächen aus – einen eigenen Eingangsbereich. Das Herzstück des Clusters ist die Gemeinschaftsfläche. Diese soll als Erschließungs- und Bewegungsraum, Gruppenarbeits- und Aufenthaltsraum, Raum für offene Unterrichtsformen und als Versammlungsraum dienen. Begegnung und klassenübergreifendes Arbeiten sollen möglich sein. Die Gliederung der Fläche erfolgt durch eine bewegliche Möblierung, damit das Raumerlebnis den unterschiedlichen Aktivitäten angepasst werden kann.

Energetische und ökologische Qualität des Bauvorhabens

Die Stadt Hohenems ist Mitglied im e5-Landesprogramm für energieeffiziente Gemeinden und bekennt sich zur ökologischen Nachhaltigkeit. Bei der Realisierung von Bauvorhaben verfolgt sie die Minimierung des Massenstroms, der grauen Energie, des Treibhauspotenzials sowie des Schadstoff- und Chemikalieneinsatzes allgemein. Auch bei der Planung (Wettbewerb) der Volksschule Schwefel sollten diese Prinzipien beachtet werden.
Für den Neubau war die sehr hohe energetische und ökologische Qualität ein ausdrückliches Ziel und eine konkrete Anforderung an die Planer/innen.

Siegerprojekt – ARGE Tabernig / Zierl Architekten:

Sämtliche eingereichten Projekte und Modelle wurden anonym (das bedeutet, dass nicht ersichtlich ist, welches Architektenbüro hinter welchem Entwurf steht) von der Fachjury und der Fachkommission bewertet. Das Siegerprojekt überzeugte dabei durch Transparenz und Offenheit der Architektur und unterstützt die Grundsätze einer Pädagogik mit inklusivem Ansatz. Gleichzeitig werden Möglichkeiten zum Rückzug in kleinere Räume oder Lerninseln geboten.

Die großzügige, offene Gestaltung mit Verglasungen unterstreicht den öffentlichen Charakter des pädagogischen Handelns und stellt die Aufforderung zum vernetzten Denken und Arbeiten dar. Dieser Freiraum im Obergeschoß ist für alle zugänglich und lädt zum modulübergreifenden Arbeiten ein, durch Schüler/innen mit und ohne Behinderung, verschiedene Jahrgänge, Mittagsbetreuung, etc. Schule findet auf einer gemeinsamen Ebene statt, getrennte Auf- und Abgänge entflechten die Schülerströme.
Die vier Module sind klar strukturiert, als Einheit erkennbar und trotzdem untereinander frei zugänglich. Die ebenerdigen Außenräume entsprechen den Anforderungen eines Pausenbereichs bei Trockenheit und Nässe, Sportflächen und Ruhezonen sind ausreichend vorhanden. Die Überdachung des Erdgeschoßes durch das auskragende Obergeschoß ergibt Beschattung in den Verwaltungs- und Fachräumen bei gleichzeitigem Angebot von überdachtem Außenraum.

Rund 340 Schüler/innen werden in der neuen Volksschule Schwefel Platz finden. Sie erhalten die Möglichkeit, die Sporthalle mit einer Fläche von 30 x 31,3 Metern zu nutzen. Zudem entsteht eine öffentlich zugängliche Außensportanlage mit einer Fläche von 60 x 30 Metern.

„Wir möchten uns für die Möglichkeit zur Teilnahme am Wettbewerb und die positive Beurteilung durch die Jury bedanken. Kinderbetreuungseinrichtungen wie Volksschulen gehören zu den ansprechendsten und vielschichtigsten Aufgaben für uns Architekten. Ziel ist es, eine Umgebung zu schaffen, die eine kindliche Entwicklung mit moderner Pädagogik bestmöglich unterstützen kann. Leicht und offen soll die neue Schule vernetzen und Beziehungen, sowohl im Inneren, als auch nach außen knüpfen. Nächste Generationen werden den Großteil des Tages in der Schule verbringen – es gilt eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen, die sowohl den Tagesablauf mit Lernen, Bewegung und Spiel, als auch Ruhe und Rückzug ermöglicht. Es ist uns eine große Freude, an diesem neuen Haus für die Hohenemser Kinder und Lehrer mitwirken zu können“, so DI Alois Zierl, einer der Gewinnerarchitekten der ARGE Tabernig / Zierl.

„Das Siegerprojekt überzeugt durch seine städtebauliche Positionierung, durch Transparenz und Offenheit der Architektur und unterstützt somit die Grundsätze einer zeitgemäßen Pädagogik. Die Dachterrasse mit den umliegenden Lernzonen erweitert das schulische Handlungsfeld um einen wertvollen Raum für Bewegung, Ruhezonen und Lerninseln unter freiem Himmel. Das Siegerprojekt erfüllt die zeitgemäßen Anforderungen an Lernen, Bewegung und Spiel und beinhaltet zudem den erwünschten Beheimatungs- und Wohlfühlcharakter“, so DI Ulf Hiessberger aus Feldkirch, einer der Jury-Architekten.

Zukünftige Kindergenerationen werden den ganzen Tag im Schulgebäude und im Außenbereich verbringen. Eine Schule muss daher den Anforderungen von Lernen, Bewegung und Spiel gerecht werden und möglichst wohnlichen Charakter aufweisen, damit Arbeit und Freizeit in einem Umfeld gestaltet werden kann, in dem sich die Kinder und Lehrpersonen wohlfühlen.

Die wichtigsten Kennzahlen des Projektes:

Bruttorauminhalt:  36.549 m³
Bruttogeschoßfläche:  6.044 m²
Nettonutzfläche:  4.672 m²
Anzahl Schüler/innen  340
Sporthalle:   30 x 31,3 m
Außensportanlage:  60 x 30 m

Baubeginn: voraussichtlich Spätherbst 2017
Fertigstellung: voraussichtlich Spätherbst 2019

Die Auszeichnungen:
1. Preis: ARGE Tabernig – Zierl Architekten
2. Preis: Xander Architektur ZT GmbH
3. Preis: Cukrowicz Nachbauer ZT GmbH

Ankauf:
- ARGE Arch. M. Bär ZT GmbH, Arch. DI Oskar Leo Kaufmann ZT GmbH
- Dorner Matt Architekten
- PPAG architects ztgmbH

Ausstellung der Projekte

Interessierte Besucher/innen im Foyer des Löwensaals

Am Samstag, dem 16. Juli 2016, wurden alle eingelangten Projekte im Foyer des Löwensaals Hohenems öffentlich ausgestellt. Dabei herrschte großer Andrang – viele Bürger/innen machten sich ein Bild vom Siegerprojekt, zeigten sich aber auch interessiert gegenüber den anderen eingereichten Projekten.