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Stadtplan
19.10.2016

3. Abend der Emsbachinnen

Im Anschluss an die Vorträge folgte der gemütliche Ausklang.

An die 30 Frauen von Bregenz bis Feldkirch und zwei mutige Männer sind kürzlich der Einladung gefolgt, um zu erfahren, wie das weibliche Wirken im Jüdischen Museum und im Lusthaus tatsächlich aussieht.

Den Beginn machten Jutta Berger und Anika Reichwald, die beide ganz unterschiedlich für das Jüdische Museum in Hohenems tätig sind. „Das Jüdische Museum ist eigentlich ein Frauenverein, auch wenn man das hinter Geschäftsführer Hanno Loewy oft übersieht“, so Jutta Berger mit einem frechen Lächeln. Die anfängliche Geschäftsführung des Museums war in weiblicher Hand, zudem ist ein Großteil der Mitarbeiter/innen weiblich. Der Förder- und Trägerverein des Jüdischen Museums wird durch Jutta Berger geführt. Anika Reichwald berichtete eindrücklich über das weite Tätigungsfeld, das zu ihren Aufgaben gehört, wie die Verwaltung der genealogischen Datenbank, die Verwahrung und Pflege der Sammlungsobjekte, die Gestaltung von Ausstellungen oder allerlei sonstige technische und administrative Aufgaben. Zudem gaben die beiden Damen einen Überblick über bekannte und wirkende jüdische Frauen in Hohenems, deren Fäden bis heute in Hohenems wirken.

Im Anschluss an den Bericht über das Jüdische Museum wurde Bettina Egle vom Lusthaus von Sonja Markram, eine der Emsbachinnen, interviewt. Bettina erzählte von der Entstehung der Idee und des Namens des Lusthauses, ihrer persönlichen Entwicklung durch die vielfältigen Aufgaben, die teilweise parallel durch sie als Geschäftsführerin, Mutter und Organisatorin zu erledigen sind und den aus ihrer Sicht wesentlichen Erfolgsfaktoren. Besonders interessant war zu erfahren, was im Hintergrund des Lusthauses als Geschenkelieferant an Arbeit anfällt. An die 4.000 Geschenke werden in der Vorweihnachtszeit von rund acht Frauen liebevoll verpackt und versandbereit gemacht. Bettina bietet auch immer wieder Praktikumsplätze für Menschen mit geistiger oder körperlicher Beeinträchtigung an, die mittlerweile eine Bereicherung für das Team darstellen. Als Tipp für andere Frauen, die sich selbstständig machen möchten, gab Bettina zum Abschluss mit, dass es wichtig ist, kompetente Hilfe in Anspruch zu nehmen: „Man muss erkennen, dass man nicht alle Tätigkeiten und Fähigkeiten selbst erledigen kann und muss. Der Fokus muss stets auf die eigenen Kernkompetenzen gelegt werden, Dienstleistungen, wie Dekoration oder Buchhaltung, können durchaus zugekauft werden.“

Nach den beiden Vorträgen fand noch ein geselliges Beisammensein im Federmann-Kultursaal statt, bei dem ein Vernetzen, Austausch und Spaß an oberster Stelle stand. Der Abend klang bei kleinen Häppchen und Getränken gemütlich aus. Die „Emsbachin“ wird sich die nächsten Tage die beiden Räumlichkeiten ansehen und von einer Fotografin begleitet werden – dies kann über die Facebook-Seite der Emsbachinnen verfolgt werden.