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Bürgermeldungen
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Stadtplan
23.07.2015

Sommergespräche: Interview mit Stadtrat Martin Buder

Stadtrat Martin Buder

Persönliches:

  • 41 Jahre, verheiratet mit Birgit, drei Kinder
  • Arbeitstechniker bei der Hilcona AG in Schaan (FL)
  • seit 2008 bei der FPÖ (Liste Dieter Egger – Freiheitliche und Parteifreie Hohenems)
  • von 2010 bis 2015 Stadtvertreter, seit 2015 Stadtrat für Umwelt-, Land- und Forstwirtschaft

Sie wurden bei der konstituierenden Sitzung erstmals zum Stadtrat gewählt. Wie haben Sie den Wahlkampf erlebt und wie beurteilen Sie das Wahlergebnis?

Es war ein sehr intensiver und auch persönlicher Wahlkampf zwischen Dieter Egger und Richard Amann. Wir haben den Wahlkampf sachlich und themenorientiert geführt, was man leider von anderen Parteien nicht behaupten kann. Trotz allem sind wir die stärkste Fraktion in Hohenems. Danke nochmals an alle Bürgerinnen und Bürger für das Vertrauen.

Welche Reaktionen gab es in Ihrem privaten wie auch beruflichen Umfeld nach der Wahl zum Stadtrat?

Meine Familie, vor allem meine Frau und meine Kinder, Bekannte und Arbeitskollegen sind sehr stolz auf mich. Schade finden es sehr viele, dass die stärkste Fraktion den Vizebürgermeister nicht stellt. Hier muss es ein Umdenken in der Politik geben.
Ausgrenzung soll und darf nicht passieren. Auf jeden Fall fühle ich mich im Umweltressort sehr wohl und werde mich voller Tatendrang bemühen, meine bevorstehenden Aufgaben zu erfüllen.

Wie versuchen Sie die Fußstapfen zu füllen, die Ihnen Kurt Raos, MSc, mit dem Umweltressort hinterlassen hat?

Meine Aufgaben im Bereich Umwelt, Abfall und Landwirtschaft werden vor allem im Gebiet Natur- und Landschaftsschutz sein. Weiters werde ich Energieprojekte, wie zum Beispiel das e5-Programm, dem die Stadt im Frühjahr beigetreten ist, weiter vorantreiben.
Zudem werde ich den Fokus auf Abfallwirtschaft und -beseitigung und landwirtschaftliche Angelegenheiten legen. Im Bereich Forst und Jagd möchte ich die Zusammenarbeit mit dem städtischen Forstbetrieb weiter intensivieren und Anliegen, die dort entstehen, effizient bearbeiten und betreuen.

Ebenso möchte ich als Obmann der Güterweggenossenschaft Gsohl die Zusammenarbeit mit anderen Güterweggenossenschaften intensivieren. Auch Jagd- und Fischereiangelegenheiten stehen auf der Agenda. Außerdem bin ich Energiereferent des neu gegründeten e5-Teams und dabei verantwortlich für die Umsetzung der Teamvorschläge sowie Bindeglied zwischen Politik, Verwaltung und den Bürger/innen.

Welche Herausforderungen sehen Sie in den nächsten fünf Jahren auf sich zukommen?

Die Umwelt muss nachhaltig durch diverse Projekte geschützt werden. Umweltbewusste Bauvorhaben sowie Photovoltaik und Sonnenenergie müssen verstärkt gefördert werden. Des Weiteren sind Veranstaltungen wie der Tag der Artenvielfalt zu unterstützen, damit wir alle ein besseres Bewusstsein für unsere einzigartige Naturvielfalt erhalten. Dieser Tag wurde vom Umweltverband als „ghörig feschta“- Projekt zertifiziert und steht für nachhaltig ausgerichtete Veranstaltungen.

Das bedeutet mehr Qualität für die Besucher/ innen und unsere Umwelt, mit wenig Abfällen, biologischer und regionaler Verpflegung, bewusster Mobilität und sozialer Verantwortung. Dies ist auch im Sinne des e5-Programms, da dadurch Energie gespart und der CO2-Ausstoß verringert wird. Ich werde auch in Zukunft solche Projekte unterstützen und fördern.

Das Abfallsystem für die Hohenemser Bevölkerung nach den Abfallrichtlinien des Landes und der EU-Verordnung muss optimal bewirtschaftet werden. Es gilt Abfälle zu vermeiden, wiederzuverwenden und zu recyceln. Somit sparen wir Geld und Abfall.

Unser Forstbetrieb ist kein typischer Forstbetrieb, sondern ein multifunktionaler Betrieb mit einem vielfältigen Aufgabenbereich für die Stadt Hohenems. Die Aufgaben des Forstbetriebs, die Jagd- und Weggenossenschaften, die Wanderwege und Mountainbikestrecken und die Landschaftspflege müssen im Sinne der Bevölkerung weiter forciert und ausgebaut werden. Alle Potentiale werden hier geprüft und ein Controlling mit Kennzahlen erarbeitet.

Im e5-Programm sehe ich eine grosse Herausforderung für das ganze Team und mich. Unser Ziel ist es, die nächsten Jahre so viele (e) wie möglich zu erhalten, die vom Energieinstitut kontrolliert und vergeben werden. Hierbei ist vor allem die Zusammenarbeit der Teammitglieder und der Politik sehr wichtig. Zurzeit erarbeiten wir die IST-Analyse und dokumentieren diese. Die nächsten Schritte und Ziele werden unter anderem die Umstellung der Strassenbeleuchtung auf LED und Mindestkriterien für Sanierungen und Neubau städtischer Gebäude sein. Die Anschaffung von zwei E-Bikes für Mitarbeiter/innen und der Stadtpolizei ist bereits erfolgt, für 2016–2017 ist die Anschaffung eines Elektroautos (Ersatz-Dienstfahrzeug) geplant.

Zudem möchte ich Grünflächen an den Straßenrändern sowie Kreisverkehre aufwerten und werde mich dafür einsetzen, dass diese Flächen mit Blumen bestückt werden, um das Stadtbild weiter zu verschönern.

Was soll nach diesen fünf Jahren von Ihrer Politik übrig bleiben?

Ich möchte natürlich alle soeben erwähnten Projekte, ebenso aber weitere initiieren und umsetzen. Hohenems ist eine wunderschöne Stadt. Wir müssen unsere Naherholungsgebiete wie Alter Rhein, Schuttanen, die Riedgebiete und unsere Bergwelt von den täglichen Umwelteinflüssen schützen. Hohenems ist unser aller Heimat, auf die wir stolz sein sollten!