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Bürgermeldungen
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Stadtplan
26.08.2015

Sommergespräche: Interview mit Stadtrat Günter Mathis

Stadtrat Günter Mathis

Persönliches:

  • 51 Jahre, verheiratet, eine Tochter
  • Technischer Leiter bei der Firma Visuform in Dornbirn
  • seit 2006 in der Stadtvertretung, von 2010 bis 2015 Fraktionsobmann der ÖVP Hohenems
  • seit 2015 Stadtrat für Raum- und Stadtplanung, Infrastruktur und ÖPNV

Sie wurden bei der konstituierenden Sitzung erstmals zum Stadtrat gewählt. Wie haben Sie den Wahlkampf erlebt und wie beurteilen Sie das Ergebnis?

Nach der Wahl 2010 übernahm ich die Funktion des ÖVP-Fraktionsobmanns. Die wichtigste Aufgabe damals war, die Zusammenarbeit zwischen den Fraktionen zu verbessern. Ich denke, dies ist uns mit vereinten Kräften zugunsten von Hohenems gelungen.

Diese gute Zusammenarbeit hat auch die Periode von 2010 bis 2015 ausgezeichnet. Umso überraschender war dann für mich, wie schnell diese Zusammenarbeit zerbrochen ist. Der Wahlkampf ist in eine Richtung gegangen, die ganz sicher nicht von Seiten der ÖVP so gesteuert wurde.

Das Wahlergebnis gilt es zu akzeptieren, entspricht jedoch in keiner Weise dem, was wir uns vorgestellt haben. Wir haben die Leistungen der letzten Jahre und deren Entwicklungspotentiale für die Zukunft nicht rübergebracht. Jetzt gilt es, die konstruktive Zusammenarbeit wieder zu suchen und zugunsten von Hohenems zu arbeiten.

Welche Reaktionen gab es in Ihrem privaten und beruflichen Umfeld nach der Wahl zum Stadtrat?

Ich habe die mögliche Übernahme eines Stadtrat-Mandates im Vorfeld im privaten und beruflichen Kreis abgeklärt. Mein Umfeld hat großteils positiv auf die Entscheidung reagiert, aber auch vor dem Zeitaufwand gewarnt. Für mich bedeutet dieses Amt ein Dienst an der Gemeinschaft. Das klingt sehr pathetisch, war aber auch einer der Gründe, warum ich 2005 in die Kommunal-Politik gegangen bin.

Ich bin der Überzeugung, dass unsere Gesellschaft nur aufgrund von persönlichem Engagement und Ehrenamt funktioniert. Ich schätze das Ehrenamt sehr und bin deshalb auch im Vorstand der Volkshochschule Hohenems tätig.

Wie versuchen Sie die Fußstapfen zu füllen, die DI Clemens Mathis Ihnen hinterlassen hat und wie sehen Sie selbst Ihr Ressort?

Vor der Übernahme des Ressorts habe ich mich mit Clemens Mathis und dessen Vorgänger Arnold Hämmerle abgestimmt. Ich schätze die Unterstützung dieser beiden erfahrenen Stadträte sehr. Sie stehen mir auf Wunsch mit Rat und Tat zur Seite.

Das Ressort ist sehr umfangreich und interessant und mein Wunschressort. Stadtplanung bedeutet nicht das Hecheln nach kurzfristigen Erfolgen, Stadtplanung entwickelt Projekte mit einer Sichtweite auf 10 oder 15 Jahre, damit diese Hohenems langfristig die gewünschte Lebensqualität bringen.

Es bedeutet auch, dass man unpopuläre Maßnahmen setzen muss, deren Auswirkungen kurzfristig unangenehm scheinen, aber auf lange Sicht die richtigen weiteren Schritte ermöglichen. Wichtig ist, dass man diese Maßnahmen erklärt und sie in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung erarbeitet.

Welche Herausforderungen sehen Sie die nächsten fünf Jahre auf sich zukommen?

Zunächst natürlich das Thema der weiteren Entwicklung und Gestaltung in der Innenstadt und der Verkehrsführung. Beide Themen hängen unmittelbar miteinander zusammen und sind wichtig für den Fortschritt von ganz Hohenems. Aber auch die konsequente Weiterentwicklung in den anderen Stadtteilen, z. B. die Entwicklung des Miller-Aichholz-Areales im Herrenried, dessen Verwertung der Startschuss für die Gestaltung von anderen Bereichen im Herrenried sein soll.

Das Thema der Verkehrsbelastung an den Landesstraßen und den Kreisverkehren an der Autobahn inklusive der Anbindung des neuen Betriebsgebietes an der A14. Dies kann nur durch überregionale Zusammenarbeit gelöst werden. Aber auch viele kleine Themen mit denen die Bürger/innen auf mich zukommen, von einem Fußweg der asphaltiert werden sollte oder einem fehlenden Zebrastreifen etc.

Und natürlich ganz strategische Themen, wie z. B. das Räumliche Entwicklungskonzept (REK), mit dessen Überarbeitung wir noch heuer starten. Aufbauen können wir hier auf den gemachten Studien der letzten Periode wie z. B. Vision Stadt Hohenems, innen.stadt.leben, Spielraumkonzept, Grünraumkonzept etc.

Sobald das REK beschlossen ist, kann der Flächenwidmungsplan aus 2007 überarbeitet werden. Hohenems ist eine wachsende und florierende Stadt. Damit dies auch weiterhin so bleibt, müssen die Rahmenbedingungen stetig kontrolliert und angepasst werden.

Ein weiteres Arbeitsfeld ist der Ausbau des Hochwasserschutzes in Hohenems. Der Ausbau des Rheintal-Binnen-Kanals (Koblacher Kanal) darf großteils als abgeschlossen betrachtet werden. Jetzt müssen wir uns zeitnah dem Projekt RHESI widmen. Hier geht es um den Rhein und dessen Auswirkungen im Hochwasserfall auf Hohenems

Was soll nach diesen fünf Jahren von Ihrer Politik übrig bleiben?

Wichtig ist nicht, was von meiner Person in der Politik übrig bleibt. Wichtig ist, dass es uns gemeinsam gelingt, eine konsequente, kontinuierliche und positive Entwicklung für Hohenems, in Zusammenarbeit mit den Bürger/innen und den anderen Fraktionen zu fördern.

Die Bürgerbeteiligungsprozesse, die wir begonnen haben, müssen fortgesetzt und selbstverständlich werden. Sämtliche Themen müssen gesamtheitlich gesehen werden und nicht aus der Sicht des Einzelnen. Nur so bringen wir Hohenems weiter. Basis dafür ist die gute Arbeit der letzten Jahre weiterzuführen und die laufenden Projekte zu vollenden.