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Stadtplan
18.08.2015

Sommergespräche: Interview mit Stadtrat Friedl Dold

Stadtrat Friedl Dold

Persönliches:

  • 53 Jahre alt, verheiratet mit Yvonne, zwei Kinder
  • Transportunternehmer
  • seit 2014 Stadtparteiobmann der FPÖ
  • seit 2001 Mitglied der Stadtvertretung 
  • seit 2010 Stadtrat für Sport, Sportvereine und Freizeitanlagen

Sie wurden bei der konstituierenden Sitzung erneut zum Stadtrat gewählt. Wie haben Sie den Wahlkampf erlebt und wie beurteilen Sie das Ergebnis?

Es ist uns gelungen, eine konstruktive Wahlbewegung zu führen. Dies war mir auch sehr wichtig. Das Ergebnis selbst sowie meine Wahl zum Stadtrat, bei der ich die meisten Vorzugsstimmen aller Stadträte erfahren durfte, haben bestätigt, dass ich parteiübergreifend agiere.

Wir haben jene Themen angesprochen, welche unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger berechtigterweise berühren. Dass wir nun klar stärkste politische Kraft sind, bestätigt unsere sachliche Arbeit und freut uns.

Welche Reaktionen gab es in Ihrem privaten und beruflichen Umfeld nach der Wahl zum Stadtrat?

Sehr gefreut haben mich die vielen positiven Reaktionen aus den Vereinen und der IG Sport. Etwas anders allerdings war die Reaktion meiner Familie. Angesichts der Tatsache, dass ich in der vergangenen Periode bei ca. 1.300 Terminen, den Sport betreffend, dabei war, versuche ich dem Wunsch etwas zu entsprechen, ein wenig kürzer zu treten.
Allerdings stellt sich dies aufgrund der vielen Vereine sehr schwierig dar. Diese verdienen einfach Präsenz und Wertschätzung.

Welche Projekte konnten in den vergangenen fünf Jahren bereits umgesetzt werden?

Das Größte war sicher die Umsetzung des Kunstrasenplatzes. Ein großer Wunsch des VfB sowie der Blue Devils. Die Qualität der Trainingsmöglichkeiten und des Spielbetriebs haben sich dadurch massiv erhöht. Erfreulicherweise bestätigt sich, dass dieses Projekt für die Infrastruktur im Herrenried eine große Bereicherung darstellt.

Zu Beginn gab es, zugegeben nicht ganz unerwartet, einige Anlaufschwierigkeiten. Inzwischen wird der Platz – und das ist sehr wichtig – fast täglich von Schulklassen genutzt.

Auch der Bau der neuen Tennisplätze war eine Herausforderung. Ein Teil der alten Plätze wurde, in einem Pilotprojekt des Tennisclubs, mit einem neuen Belag ausgestattet. Dieser hat sich zwischenzeitlich mehr als bewährt. Die Stadt hat das Projekt, weil sonst nur schwer realisierbar, finanziell unterstützt. Ebenso wurden an der Herrenriedhalle dringende Adaptierungen vorgenommen.

Erwähnenswert sind auch die  Sondernachwuchsförderungsprojekte, vom Ballspiel-ABC – ein reines Bewegungsprojekt, bei dem auch Nicht-Vereinsmitglieder mitmachen dürfen und das großen Zulauf erfährt – bis zu den Jungschützen, die speziell aus dem Sportbudget gefördert wurden. Diese konnten sich erfreulicherweise für die EM und WM qualifizieren, was ohne Unterstützung der Stadt kaum möglich gewesen wäre.

In diesem Zusammenhang ist es mir sehr wichtig, unserem Sportreferenten Josef Felder und seinem Mitarbeiter Toni Amann zu danken, denn ohne ihre Mitarbeit wäre es kaum möglich gewesen, gewisse Vorhaben umzusetzen.

Welche Herausforderungen sehen Sie die nächsten fünf Jahre auf sich zukommen?

Wir haben leider viele Sportanlagen, welche in die Jahre gekommen sind. Da reicht es wohl nicht mehr mit Adaptierungen und Reparaturen gegenzusteuern. Ich denke da an die Kunsteisbahn, die, vor allem was den Tribünen- und Kabinentrakt anbelangt, in einem katastrophalen Zustand ist.

Dann steht natürlich die Leichtathletikanlage auf unserer Agenda, wo bereits – auch weil der Schulsport sehr profitieren würde – rasches Handeln zugesagt wurde. Es fehlt lediglich noch der politische Wille zur Finanzierung dazu.

Die Herrenriedhalle stößt an ihre Grenzen, was langfristig den Bau einer Sporthalle mit internationalen Ausmaßen erfordert. Die Handballer dürfen nur mit Sondergenehmigung ihre Heimspiele austragen. Auch der Judoclub und das LZ Judo benötigen dringend eine geeignete Wettkampfstätte für ihre nationalen und internationalen Bewerbe.

Das sind die großen Projekte, die in Zukunft anstehen. Auch kommt immer wieder neuer Investitionsbedarf, wie z. B. Schuttannen, dazu. Diese Investitionen zahlen sich aber aus. In den Rheinauen konnte mit der größten Rutsche Westösterreichs die Besucherzahl in der relevanten Zielgruppe massiv erhöht werden.

Was soll nach diesen fünf Jahren von Ihrer Politik übrig bleiben?

Die erwähnten Projekte sind anzugehen. Ich möchte mit Sorge tragen, dass wir so viel wie möglich finalisieren können. Immer wieder Rausschieben ist nicht meines. Allerdings sieht die budgetäre Situation derzeit nicht sehr rosig aus. Da kommt es schon mal vor, dass eben Sportprojekte etwas auf die Seite geschoben werden.

Es ist mein Ziel, dass der Sport jenen Stellenwert erfährt, welchen er auch verdient. Da steckt unglaublich viel soziale Arbeit, wie z. B. im Bereich der Integration, dahinter. Dies wird oft als selbstverständlich angesehen. Von außen ist nur schwer ersichtlich, was in unseren Vereinen wirklich geleistet wird.

Aber genau diese ehrenamtlichen Tätigkeiten ersparen der Stadt enorme Kosten. Unseren Talenten will ich ideale Rahmenbedingungen anbieten können. Wenn dies alles übrig bleibt, ist uns gemeinsam sehr viel für den Sport in Hohenems gelungen und das wünsche ich mir.