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Bürgermeldungen
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Stadtplan
06.08.2015

Sommergespräche: Interview mit Stadtrat Dieter Egger

Stadtrat Dieter Egger

Persönliches:

  • 46 Jahre, verheiratet mit Gertraud, zwei Kinder
  • Unternehmer, seit 1999 im Landtag, von 2003 bis 2009 Mitglied der Vorarlberger Landesregierung
  • seit 2009 Klubobmann der FPÖ im Vorarlberger Landtag
  • von 1995 bis 2000 in der Stadtvertretung
  • seit 2015 Stadtrat für Hochbau

Sie wurden bei der konstituierenden Sitzung erstmals zum Stadtrat gewählt. Wie haben Sie den Wahlkampf erlebt und wie beurteilen Sie das Wahlergebnis?

Wir haben einen äußerst seriösen Sachwahlkampf geführt und uns auf die Zukunftsthemen unserer Stadt konzentriert. Dazu zählen die Lösung des Verkehrsproblems, die Innenstadtbelebung, die Aufwertung der Stadtteile, eine bessere Unterstützung der Vereine sowie  ein bürgernahes und serviceorientiertes Rathaus. Das wurde von den Bürgerinnen und Bürgern geschätzt und auch belohnt. Wir sind in Hohenems klar die Nummer Eins. Dafür nochmals mein „Danke“.

Leider wurde auf unseren Sachwahlkampf sehr schmutzig und untergriffig reagiert. Es war ein „schlimmer“ Wahlkampf, wie ich ihn in meiner gesamten politischen Tätigkeit noch nie erlebt habe. Unrühmlicher Höhepunkt waren die Vorkommnisse in Bezug auf die Wahlkarten bei der Bürgermeister-Stichwahl. Derartige Dinge sind demokratiepolitisch nicht zu tolerieren. Deshalb haben wir die Wahl auch angefochten und ich gehe von einer Wiederholung dieser Stichwahl aus. Am Ende muss die Gerechtigkeit siegen.

Welche Reaktionen gab es in Ihrem privaten wie auch beruflichen Umfeld nach der Wahl zum Stadtrat?

Die Vorkommnisse um die Stichwahl, die Wahl des Vizebürgermeisters und die Ressortverteilung haben sehr viele Menschen verärgert. Ich habe noch nie so viele Reaktionen erhalten. Viele Menschen in Hohenems, aber auch im ganzen Land, waren über die Wahl von Bernhard Amann zum Vizebürgermeister erbost und konnten nicht verstehen, dass die mit Abstand stärkste Kraft – die FPÖ und Parteifreien – so ausgegrenzt wurden und werden.

Das führt dazu, dass wir derzeit ein sehr schlechtes politisches Klima haben und Hohenems negativ in den Schlagzeilen steht. Das hat dem Ansehen von Hohenems sehr geschadet. Das ist sehr schade. Ich werde aber trotzdem konstruktiv und engagiert für Hohenems arbeiten und meine Erfahrung aus der langjährigen Tätigkeit in der Vorarlberger Landesregierung und dem Vorarlberger Landtag einbringen. Viele Menschen suchen jetzt rasche Hilfe bei mir.

Welche Herausforderungen sehen Sie in den nächsten fünf Jahren auf sich zukommen?

Die großen Projekte sind die Sanierung und der Neubau der Volksschule Herrenried, der schon voll im Gange ist. Ab nächstem Jahr starten wir mit der Planung für den Neubau einer Volksschule im Neunteln. Wir müssen aber auch diverse Sportstätten, wie den Eislaufplatz, eine Leichtathletikanlage oder die Sporthalle Herrenried sanieren beziehungsweise neu bauen. Investitionen in die Bildung und den Sport sind Zukunftsinvestitionen.

Aber auch die Gestaltung der Innenstadt ist ein wichtiges Projekt, das für Impulse für Handel und Gastronomie sorgen muss – ein lebendiges und belebtes Zentrum. Hier müssen wir einen Weg finden, der finanziell zu bewältigen ist und nicht alle anderen Projekte „lahm“ legt.

Dabei müssen wir das Augenmerk aber auch auf die Gestaltung der einzelnen Ortsteile legen und diese nicht vergessen. Ich möchte, dass jeder Ortsteil eine „Mitte“ erhält und die Wohngebiete aufgewertet werden. Zudem wünsche ich mir mehr Freiräume für unsere Jugend in den einzelnen Ortsteilen – Sport- und Freizeitplätze, auf denen sich unsere Kinder frei bewegen können.

Daneben werde ich ein professionelles Facilitymanagement einführen, welches Abläufe verbessern und Kosten einsparen wird. Auftragsvergaben sollen so viel wie möglich an die Hohenemser Unternehmen erfolgen. Dazu braucht es eine enge Zusammenarbeit des Bauamtes mit den städtischen Unternehmern. Möglichst viele Euros, die wir in Hohenems investieren, sollen in Hohenems bleiben.

Was soll nach diesen fünf Jahren von Ihrer Politik übrig bleiben?

Erstens sollen die anstehenden Projekte professionell umgesetzt sein, das heißt im Zeit- und Kostenplan liegen, basierend auf nachhaltiger Bauweise. Eine gute Mischung aus Funktionalität und architektonischer Qualität sowie energiesparender und ökologischer Bauweise. Schüler/innen und Lehrer/innen sollen sich wohlfühlen und einen guten Rahmen für ihre Bildungsarbeit erhalten. Unsere Vereine sollen eine gute Infrastruktur für ihre wertvolle, ehrenamtliche Arbeit erhalten.

Zweitens soll das Bauamt ein echtes Servicecenter werden, das Projekte – auch kleinere Sanierungs- und Verschönerungsmaßnahmen – rasch und unbürokratisch umsetzt. Ich will dafür auch einen Stadtverschönerungsausschuss installieren, in dem Bürgerinnen und Bürger aus allen Stadtteilen Verschönerungsvorschläge einbringen können, welche wir rasch und unkompliziert umsetzen.

Hohenems soll das Juwel im Rheintal werden. Eine schöne Stadt mit eigenem Charakter. Eine Stadt, in der wir gerne leben und auf die wir stolz sind. Und ein Rathaus, das ein echtes Bürgerservicezentrum ist – offen, freundlich und unbürokratisch.