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Bürgermeldungen
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Stadtplan
11.08.2015

Sommergespräche: Interview mit Stadtrat Arno Gächter

Stadtrat Arno Gächter

Persönliches:

  • 56 Jahre, verheiratet, zwei Kinder
  • Versicherungsagent in Hohenems
  • seit 1990 durchgehend in verschiedenen Funktionen in der Stadtvertretung
  • von 1990 bis 1995 Stadtrat für Jugend, Städtische Betriebe und Friedhöfe, von 1995 bis 1997 Stadtrat für Finanzen und Kultur, seit 2015 Wirtschaftsstadtrat

Sie wurden bei der konstituierenden Sitzung erneut zum Stadtrat gewählt. Wie haben Sie den Wahlkampf erlebt und wie beurteilen Sie das Ergebnis?

Der Wahlkampf war sehr anstrengend. Es war uns nicht möglich, die guten und sinnvollen Grundlagen, die in der Vergangenheit geschaffen wurden, zu kommunizieren und den Bürger/innen näher zu bringen. Daran gilt es, in der kommenden Periode zu arbeiten.
Das Wahlergebnis ist erschütternd. Dieses gilt es aber zu respektieren. In weiterer Folge müssen wir daran arbeiten, gemeinsam mit dem Bürger/innen Konzepte zu erarbeiten und voranzutreiben, wobei klar sein muss, dass es schlussendlich die politischen Entscheidungsträger/innen sind, die eine Letztentscheidung zu treffen haben.

Welche Reaktionen gab es in Ihrem privaten und beruflichen Umfeld nach der Wahl zum Stadtrat?

Es gab sehr gemischte Reaktionen, die aber durchwegs positiv ausfielen. Manche haben gefragt, ob ich das wirklich nochmal angehen will. Mit dem Wirtschaftsressort habe ich definitiv ein sehr spannendes und anspruchsvolles Ressort übernommen, das ich mit großer Energie und viel Engagement gestalten möchte.
Die Zusammenarbeit im Stadtrat funktioniert bereits sehr gut. Da wird untereinander auch sehr sachlich diskutiert und ich hoffe, dass wir diese Gesprächsbasis auch in den nächsten Jahren so weiterführen können.

Wie versuchen Sie die Fußstapfen zu füllen, die Mag. (FH) DI Karl Dobler Ihnen hinterlassen hat und wie sehen Sie selbst Ihr Ressort?

Ich denke, in den vergangen Jahren konnten sehr viele Projekte auf Schiene gebracht werden, wovon ich nun sicher profitieren werde. Auf die gute Vorarbeit von Karl Dobler möchte ich aufbauen, besonders im Hinblick auf die Themen BBA14 und Innenstadtbelebung.
Das Betriebsgebiet BBA14 hat ein enormes Potential, das wir in den nächsten Jahren durch die Ansiedelung neuer Betriebe beleben möchten. Dabei geht es weniger um die Größe, als um die Qualität der Betriebe. Auch beim Thema Innenstadtgestaltung wurden die Grundsteine gelegt.

Welche Herausforderungen sehen Sie die nächsten fünf Jahre auf sich zukommen?

Im Bereich BBA14 möchte ich, dass so schnell wie möglich Arbeitsplätze entstehen, um das große Potential des Gebietes zu nutzen, ebenso im Bereich Betriebsgebiet Nord. Hier wurde bereits eine gute Vorarbeit geleistet. Die künftige Ausrichtung ist in den politischen Gremien zu besprechen und dann geht es darum, gemeinsam sinnvolle Entscheidungen zu treffen.

Nächstes wichtiges Thema ist die Innenstadt. Hier möchte ich vor allem durch viele Gespräche ein zufriedenstellendes Ergebnis erreichen. Gerade mit den bereits angesiedelten Unternehmen kann man in Vier-Augen-Gesprächen Informationen austauschen, die beide Seiten voranbringen. Das möchte ich forcieren. Dabei ist es auch eher möglich, diese Gruppe von unserem bisher eingeschlagenen Weg zu überzeugen, weil man direkt auf Kritikpunkte antworten kann.

Daraus entsteht aber auch wieder ein neuer Input für unsere Arbeit. Überzeugungsarbeit muss meiner Ansicht nach im Kleinen beginnen. Wenn die breite Basis die getroffenen Entscheidungen grundsätzlich mitträgt, kann das auch auf die gesamte Bevölkerung überschwappen und sich im Bewusstsein der Bürger/innen verfestigen.

Und so kann auch das dritte Ziel, das mein Vorgänger Karl Dobler auf seiner Agenda hatte, fast von selbst erreicht werden – nämlich die Imageverbesserung von Hohenems. Wenn Projekte gemeinsam erarbeitet und umgesetzt werden, unter Beteiligung von Politik, Unternehmen und Bürger/innen, dann wächst die Zufriedenheit mit den getroffenen Entscheidungen und wird so auch deutlich positiver nach außen getragen. Wir haben in Hohenems bereits ein riesiges Potential, das man bei all diesen Diskussionen gerne übersieht.

Wir haben attraktive Freizeitangebote, wie das Erholungszentrum Rheinauen, das Gebiet am Alten Rhein, das Bowlinghouse, auf der anderen Seite die Berge und im Winter das Schigebiet Schuttannen. Weiters ein Kindergarten-, Kinderbetreuungs- und Schulangebot, um das uns viele andere Gemeinden Vorarlbergs beneiden. Wir sind hier top-modern aufgestellt, was sich in den nächsten Jahren mit dem Neubau der Volksschule Schwefel noch weiter verbessern wird.

Durch die Ansiedelung von kleinen, aber feinen Geschäften haben wir in der Innenstadt bereits jetzt einige qualitativ hochwertige Einkaufsangebote. All diese Potentiale wollen und müssen wir nützen, um die Stadt weiter voran zu bringen und auf diesen bestehenden Potentialen möchte ich meine Arbeit aufbauen.

Was soll nach diesen fünf Jahren von Ihrer Politik übrig bleiben?

Dass wir die Stadt Hohenems wirtschaftlich und infrastrukturell vorangebracht haben, durch die bereits geplante und beschlossene Innenstadtgestaltung, die Ansiedelung neuer Betriebe, vor allem im Betriebsgebiet BBA14 und dass wieder ein politisches Klima in Hohenems einkehrt, das von Zusammenarbeit aller politischen Fraktionen, Unternehmen, unter Beteiligung der Bürger/innen geprägt ist.