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Bürgermeldungen
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Stadtplan
29.07.2015

Sommergespräche: Interview mit Stadträtin Angelika Benzer

Stadträtin Angelika Benzer

Persönliches:

  • 35 Jahre, verheiratet, zwei Kinder
  • Abschluss der Handelsschule
  • 1998 bis 2006 bei der Huber GmbH, Dornbirn; von 2006 bis 2008 bei der WEHO Tischlerei GmbH, Hohenems und von 2008 bis 2014 Karenzzeit und Hausfrau
  • seit 2014 Betreuerin beim Mitanand MOHI, Hohenems
  • seit 2015 erstmals in der in der Stadtvertretung sowie Stadträtin für Familie, Jugend und Kinder

Sie wurden bei der konstituierenden Sitzung erstmals zur Stadträtin gewählt. Wie haben Sie den Wahlkampf erlebt und wie beurteilen Sie das Ergebnis?

Den Wahlkampf selbst habe ich, wie viele, als sehr untergriffig empfunden und zwar auf beiden Seiten. Meine Bedenken, dass diese gegenseitig zugefügten Wunden auf Kosten einer guten Zusammenarbeit gehen werden, haben sich bisher allerdings nicht bestätigt. Im Stadtrat sind die meisten Beschlüsse einstimmig und der Umgang untereinander sehr angenehm.

Einer konstruktiven Arbeit steht also nichts im Wege. Das Ergebnis selbst hat mir klar gezeigt, dass die gute Arbeit der ÖVP besser nach außen transportiert und wesentlich mehr Bürgerkontakt und Kommunikation gesucht werden muss.

Seit wann sind Sie in der Politik tätig und wie kamen Sie dazu?

Dabei bin ich, weil ich meinen Beitrag für eine lebenswerte Stadt leisten möchte. Ich liebe Hohenems und bin der Meinung, es ist eine wunderschöne Gegend mit sehr viel Potential. Aktiv tätig bin ich erst seit Jänner 2015. Ich bin also relativ neu, aber genau das sehe ich als meinen großen Vorteil, da ich unbelastet an die Arbeit gehe und mich politische Machtkämpfe nicht beeindrucken.

Welche Reaktionen gab es in Ihrem privaten und beruflichen Umfeld nach der Wahl zur Stadträtin?

Die Reaktionen auf mein neues Amt waren durchwegs positiv. Da ich zwei kleine Kinder habe, bin ich auf Unterstützung bei Terminen und Sitzungen angewiesen.
Diesen Rückhalt finde ich in einer verständnisvollen Familie und tollen Freunden. An dieser Stelle einen großen Dank an meine Lieben.

Wie versuchen Sie die Fußstapfen zu füllen, die Edith Mathis Ihnen hinterlassen hat und wie sehen Sie selbst Ihr Ressort?

Edith Mathis hat vieles erreicht und sehr gute Arbeit geleistet. Es erleichtert zu wissen, dass ich jederzeit auf ihre Erfahrung zurückgreifen kann – wir sind in ständigem Kontakt. Ich selbst bin motiviert und engagiert und werde bestmöglich Arbeiten.

Mein Ressort sehe ich als Hauptgewinn. Denn Familie betrifft jeden Bereich unseres Lebens und deshalb sollten Familien auch in jedem Bereich mitgestalten dürfen. Ganz egal, ob es sich um ein Verkehrskonzept handelt, das nicht nur für Autofahrer attraktiv sein soll, sondern auch für eine Mutter, die mit Ihren Kindern spazieren geht oder Kinderbetreuungseinrichtungen, wie z. B. die Harrachgasse mitten in der Innenstadt, die das Arbeiten für Eltern attraktiver machen sollen.

Auch Bildung betrifft jede Familie, ob es um Lernhilfe oder Mittagsbetreuung geht. Ebenso spielt der Sport eine große Rolle. Es ist enorm wichtig, dass Kinder und Jugendliche ein tolles Angebot an Freizeitaktivitäten haben und sich sportlich betätigen können.

Welche Herausforderungen sehen Sie die nächsten fünf Jahre auf sich zukommen?

Meine Ziele in dieser Legislaturperiode sind es, die Kinderbetreuungen weiter auszubauen. Aktuelle Schwerpunkte sind der Kindergarten Witzke und die Kinderbetreuung Harrachgasse. Weiters startet in Kürze ein tolles Kindergartenprojekt in Verbindung mit der Lebenshilfe. Unsere Kinder in tollen Einrichtungen zu wissen, ist das Um und Auf. Es ist das erste Loslösen und wir Eltern müssen uns sicher sein, dass sich unsere Kleinen in den besten Händen befinden.

Was die Jugend anbelangt, haben wir mit der OJAH einen wirklich tollen Verein, der Jugendliche in jeder Lebenslage unterstützt und fördert, ebenso wie der Alpenverein, die Naturfreunde, die Wasserrettung oder der Fischereiverein. Die Jungscharen St. Karl und St. Konrad oder die Pfadfinder und das Jugend-Rotkreuz sind wertvolle Partner der Stadt. Diese Vereine zu unterstützen ist mir ein großes Anliegen. Denn Jugendliche sind kleine Erwachsene, die langsam eigenständig werden. Sie benötigen andere Jugendliche, um sich gut zu entwickeln und auch Vorbilder außerhalb der Familie. Vereinswesen fördert die Gemeinschaft und stärkt dennoch jeden Einzelnen.

Auch möchte ich die Familienfreundlichkeit in Hohenems fördern, z. B. durch die Umsetzung eines Spiel- und Freiraumkonzeptes. Hierfür gab es schon einiges an Vorarbeit, diverses wurde auch bereits umgesetzt. Dies gilt es nun dringend weiterzuführen. Ortsbeispiele hierfür wären der Freiraum Berg, Herrenried, Alter Rhein und Neunteln; das Inselquartier Diepoldsauer Straße, Radetzkystraße und Emsreute; das Spielquartier Berg und Zentrum sowie die Grünraumachse Tiergarten. Hier sollen unter anderem neue, öffentliche Spielplätze gebaut, Spiel- und Sitzelemente gefertigt und neue Wander- und Gehwege gestaltet werden.

Auch sollen Grillplätze angelegt und die Begrünungen adaptiert werden. Alles in allem sollen in Hohenems viele neue Plätze entstehen, die zum Spielen und sich Treffen einladen.

Was soll nach diesen fünf Jahren von Ihrer Politik übrig bleiben?

Übrig bleiben sollen am Besten sehr viele zufriedene Hohenemser Bürger/innen! Und das möchte ich mit der erfolgreichen Umsetzung oben genannter Projekte und vielen weiteren neuen, frischen und jungen Ideen erreichen.