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Bürgermeldungen
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Stadtplan
02.09.2015

Sommergespräche: Interview mit dem Fraktionsobmann der Bürgerbewegung Karl Klien

Karl Klien

Persönliches:

  • 56 Jahre, verheiratet mit Rosmarie, 2 Kinder
  • Biologischer Landwirt in Emsreute (ausgerichtet auf Direktvermarktung)
  • seit 25 Jahren in der Stadtvertretung

Wie haben Sie den Wahlkampf erlebt und wie beurteilen Sie das Wahlergebnis?

Der Wahlkampf war geprägt von gegenseitigen Angriffen zweier Fraktionen und hatte wenig Platz für eine sachliche Arbeitsdarstellung der letzten fünf Jahre.
Durch das Ergebnis der letzten Wahl wurde die Bürgerbewegung Hohenems nicht in dem von uns erhofften Ausmaß unterstützt. Wir respektieren jedoch die Entscheidung der Bürger/innen und werden uns weiterhin für die Hohenemser/innen und deren Anliegen einsetzen.

Wie gehen Sie mit Ihrer Fraktion nun in die Zukunft?

Nachdem unsere Fraktion nur noch einen Stadtvertreter in die Stadtvertretung entsenden kann, ist unser direkter Einfluss auf Entscheidungen kleiner geworden. Wir werden versuchen, unsere Ideen weiterhin einzubringen und gemeinsam mit anderen Fraktionen umzusetzen.
Unsere Fraktion wird sich in Zukunft neben der üblichen Sachpolitik verstärkt  der Kontrolle von Arbeitsabläufen, Verträgen und rechtlichen Verbindlichkeiten widmen.

Welche Projekte konnten aus Sicht Ihrer Partei in den vergangenen fünf Jahren umgesetzt werden?

Da wir in der letzten Periode den Umweltstadtrat zugeteilt bekamen, konnten wir in diesem Bereich einige Projekte vorbereiten und diese in den zuständigen Gremien, mit den notwendigen Mehrheiten, umsetzen.
Dazu zählen die Mitgliedschaft als e5-Gemeinde, die Ausweisung eines überörtlichen Naturschutzgebietes am Alten Rhein, die möglichst gute Absicherung vor Naturkatastrophen durch stetige Schutzbauten und Hilfestellungen der Natur durch die Wildbach- und Lawinenverbauung, die Umstellung der Altpapiersammlung auf Hausabholung, Unterstützung des Visionsprozesses, Sanierung der Alpe Ranzenberg, die naturnahe Gestaltung von Grünflächen in der Stadt, die Hundehalterverordnung und diverse andere.
Ebenso waren wir natürlich in allen anderen Themenbereichen wie Stadtplanung, Finanzplanung, Bildung und vielen Sachthemen konstruktiv und aktiv eingebunden.

Welche Herausforderungen stehen in Hohenems Ihrer Meinung nach in den nächsten fünf Jahren an?

Für mich steht als eine der größten Herausforderungen die Neugestaltung des räumlichen Entwicklungskonzeptes (REK) an. Dieses sollte sich nicht nur mit dem besiedelten Raum von Hohenems auseinandersetzen, sondern auch mit den umliegenden land- und forstwirtschaftlichen Gebieten, die auch als Naherholungsräume dienen.

Für Gebiete wie Hohenems Nord, Schuttannen und sonstige größere, zusammenhängende Freiflächen, sollten gemeinsam mit allen beteiligten Besitzer/innen und Nutzer/innen Landschaftsentwicklungspläne erstellt werden, die in das räumliche Entwicklungskonzept einfließen. Außerdem eine möglichst gute Bewertung bei der Zertifizierung zur e5-Gemeinde.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Belebung der Innenstadt mit den wichtigen Maßnahmen wie Verkehrsberuhigung, Begegnungszone, Gestaltung, hochwertiger Branchenmix (Nischenprodukte), der uns von anderen Kommunen abhebt sowie Investoren.

Wichtig für die Zukunft ist der Bürgerbewegung Hohenems der Bildungsbereich. Hier kommen auf die Stadt große Aufgaben zu. Daher ist die Finanzlage und der mittelfristige Finanzplan von größter Bedeutung.

Der Bürgerbeteiligung sollte ein hoher Stellenwert eingeräumt werden. Interessierten Hohenemser/innen soll die Möglichkeit der Ideeneinbringung und auch deren Umsetzung ermöglicht werden.

Ganz wichtig für die Bürgerbewegung ist die Zurückdrängung des Parteidenkens bei Projekten. Dies ist uns in der letzten Funktionsperiode bei den anderen Fraktionen und deren Mitgliedern leider nicht gelungen.

Sehr wichtig ist uns auch die Fortsetzung der guten Zusammenarbeit mit der Wildbach- und Lawinenverbauung und der Unterstützung von Projekten, damit das Bestmögliche für die Sicherheit unserer Stadt und unserer Bürger/innen veranlasst und umgesetzt wird.

Die Sicherung der Hohenemser Land-, Forst- und Alpwirtschaft zur Nahversorgung und auch zur langfristigen Erhaltung der stadtnahen Naherholungsgebiete (Hohenemser Ried, Schuttannen und große Waldgebiete) ist uns ebenfalls ein großes Anliegen. Ebenso der sorgsame und sparsame Umgang mit unserem lebensnotwendigem Gut und Boden, damit auch unsere Enkelkinder noch Gestaltungsmöglichkeiten vorfinden.

Wie ist Ihre Beziehung zu anderen Parteien?

Ich habe zu allen Parteien eine sehr gute Verbindung, da wir als Bürgerbewegung allen politischen Gruppen gegenüber offen sind. Ich glaube, dass die meisten der gewählten Stadtvertreter und deren Ersatzleute das Beste für Hohenems wollen, nur manchmal ist der Parteidruck noch zu groß.

Wir freuen uns auf die Arbeit mit den verschiedenen Gruppierungen in den kommenden fünf Jahren und hoffen, für Hohenems einen positiven Beitrag leisten zu können.

Mein Motto bei Arbeit und Politik: Verlange von anderen nie mehr als auch du selbst bereit bist zu leisten.