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Bürgermeldungen
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Stadtplan
25.08.2015

Sommergespräche: Interview mit Alt-Stadtrat DI Clemens Mathis

Alt-Stadtrat DI Clemens Mathis

Persönliches:

  • 56 Jahre, verheiratet mit Eva, drei Kinder
  • Bauingenieur, Leiter des Hydrographischen Dienstes Vorarlberg
  • von 1990 bis 1993 Ersatzmitglied in der Stadtvertretung
  • von September 1993 bis Dezember 1997 Stadtrat für Stadt- und Raumplanung sowie Baurecht
  • anschließend bis 2000 und von April 2010 bis März 2015 erneut in der Stadtvertretung
  • von Juli 2012 bis März 2015 Stadtrat für Stadt- und Raumplanung

Sie sind nach den letzten Gemeindewahlen aus der Stadtpolitik ausgeschieden. Wie beurteilen Sie den Wahlkampf und das Wahlergebnis?

Dazu möchte ich öffentlich keine Stellungnahme abgeben.

Welche Projekte konnten in den vergangen fünf Jahren aus Sicht des Stadt- und Raumplanungsressorts umgesetzt werden?

Ich habe im Juli 2012, etwas mehr als zwei Jahre nach der vorletzten Wahl, für den aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten Stadtrat Arnold Hämmerle die Funktion des Stadtrates für Stadt- und Raumplanung übernommen. Wichtige Projekte, wie die Umsetzung des Verkehrskonzeptes und der Neubau des Bahnhofs, mit dem Umbau der alten Fußgängerunterführung in eine Fahrradunterführung, wurden fortgesetzt.

Trotz zweier Interessensgruppen mit unterschiedlichen Zielen ist es bei der Verkehrslösung Innenstadt gelungen, durch die Einbindung dieser Interessensgruppen in die Planung eine Variante zu finden, welche die Zustimmung aller Beteiligten sowie der Stadtvertretung fand. Dies hat auch dazu beigetragen, dass private Investoren, welche die Chancen der Stadt erkannten, Revitalisierungsprojekte, wie beispielsweise beim Beckareal, umsetzten.

Auf Grund der beschränkten finanziellen Mittel der Österreichischen Bundesbahnen, musste die für 2014 geplante Fertigstellung beim Umbau des Bahnhofes inklusive Vorplatz auf 2016 verschoben werden.
Mit einem Masterplan für die Errichtung eines qualitätsvollen Betriebsgebietes konnte der Raumplanungsbeirat des Landes und die Vorarlberger Landesregierung zu der Änderung der überörtlichen Grünzone im Gebiet an der Autobahn überzeugt werden.
Damit und mit einem Vertrag, entsprechend dem Instrument der Vertragsraumplanung, wurden wichtige Voraussetzungen für die Widmung eines Betriebsgebietes an der A14 geschaffen.
Die Vorarbeiten für die Aktualisierung des Räumlichen Entwicklungskonzepts (REK) waren mit der Vision Stadt Hohenems sehr umfassend.

Für die nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer/innen gab es einige Verbesserungen durch die Verbreiterung der Fuß- und Fahrradunterführung „Schillerallee“ und dem Neubau einer breiteren Brücke über den Emsbach beim ehemaligen Rosenplatz. Das Siegerprojekt von innen.stadt.leben ist eine gute Grundlage zur Erhöhung der Attraktivität der Innenstadt.

Welche Herausforderungen stehen für Ihren Nachfolger Günter Mathis in den nächsten fünf Jahren an?

Zum einen das Verkehrskonzept in der Innenstadt populär zu machen. Auf Grund der geometrischen Situation der Innenstadt und der L 190 sind viele der derzeitigen Verkehrsbeschränkungen für einige Verkehrsteilnehmer/innen nur schwer verständlich. Die Umsetzung der baulichen Maßnahmen bei den Straßen und Plätzen, entsprechend dem Siegerprojekt von innen.stadt.leben, würde dazu einen Beitrag leisten.

Eine weitere Herausforderung ist die Erreichung der Zustimmung von Bund, ASFINAG und dem Land Vorarlberg für eine umsetzbare Variante eines Straßenkonzeptes für den Anschluss des geplanten Betriebsgebietes an der A14.

Mit der Umsetzung könnten die Staus bei den Kreisverkehren an der Autobahnabfahrt verringert und damit auch die Erreichbarkeit der Stadt Hohenems über die Autobahn erleichtert werden. Bei der Umsetzung des Betriebsgebietes an der A 14 wird es vermutlich notwendig sein, die Qualitätsziele des Masterplans gegen eine Gewinnoptimierung der privaten Betreibergesellschaft zu verteidigen.

Die Erstellung des Räumlichen Entwicklungskonzepts wird trotz der vielen vorliegenden Vorarbeiten auf Grund von unterschiedlichen Interessen nicht einfach umzusetzen sein.

Wie geht es Ihnen nun ganz ohne Politik und welche persönlichen Ziele haben Sie nun im Blick?

Sehr gut, ich habe wieder viel Zeit für meine (anderen) Hobbies.

Welches Fazit ziehen Sie über die vergangen Periode?

Es wurden, mit Beteiligung der Bürger/innen, einige spannende Projekte wie z. B. die Verkehrslösung Innenstadt, die Vision Stadt Hohenems oder die Bebauung am Emsbach durchgeführt, welche aber nicht immer die Spannungen in der Bevölkerung zu diesen Themen beheben konnten.

Leider ist es nicht gelungen, der Mehrheit der Bevölkerung die für Hohenems positiven Seiten des Verkehrskonzepts und der Vision Stadt Hohenems verständlich zu machen.

Daneben gibt es einige Maßnahmen, welche im Stillen wirken. Die Auswirkungen einiger Entscheidungen wird man erst nach ein paar Jahren beurteilen können.