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Stadtplan
29.07.2015

Sommergespräche: Interview mit Alt-Stadträtin Edith Mathis

Alt-Stadträtin Edith Mathis

Persönliches:

  • 58, verheiratet, drei Kinder, eine Enkelin
  • arbeitet im Personalbüro der Spar-Zentrale und ist im familiären Betrieb (die Genusswerkstatt-Berghof) aktiv sowie bei der Abonnement- und Kartenverwaltung des Symphonieorchesters Vorarlberg
  • seit 2005 in der Stadtvertretung, von 2007 bis 2010 Stadträtin für Umwelt, Land- und Forstwirtschaft
  • von 2010 bis 2015 Stadträtin für Kinder, Jugend und Familie

Sie sind nach den letzten Gemeindewahlen als Stadträtin ausgeschieden, aber nach wie vor in der Stadtvertretung aktiv. Wie beurteilen Sie den Wahlkampf und das Wahlergebnis?

Der Wahlkampf war sehr anstrengend, intensiv und nicht, was ich mir unter einem Wahlkampf vorstelle. Für mich sollte ein Wahlkampf eigentlich eine Berichterstattung sein, was wir in den letzten fünf Jahren gemacht und erreicht haben und was wir künftig für Pläne und Ideen haben und zur Umsetzung bringen wollen.

Welche Projekte konnten in den vergangenen fünf Jahren in Ihrem Ressort umgesetzt werden?

Die Verbesserung und der Ausbau der Kinderbetreuung und der Kindergärten waren ganz arbeitsintensive Projekte. Einige Beschlüsse wurden noch gefasst, die nun bald zur Umsetzung anstehen und ein zusätzliches Angebot für die Familien sind. Dazu zählt der Neubau der Kinderbetreuung Harrachgasse, der Kindergarten Witzke, etc. Wir haben ein vielfältiges Angebot, darunter der Wald- sowie der Hofkindergarten, die ganz spezielle Formen präsentieren.

Die Zusammenarbeit mit den Firmen Collini und Tectum haben das Angebot ebenfalls sehr bereichert. Die Kinder- und Jugendprojekte, welche von der Stadt selbst initiiert wurden, z. B. der Aktivsommer, sind sehr gut angenommen und genutzt worden. Erfolgreich ist hier v. a. die abwechslungsreiche Programmgestaltung, die immer wieder interessante Trends aufnimmt. Die Zusammenarbeit mit der offenen Jugendarbeit (OJAH) hat sehr gut funktioniert. Der regelmäßige Kontakt mit den Jugendlichen im s‘Kästle war sehr interessant und informativ.

Das Projekt familieplus wurde mit großer Beteiligung erarbeitet. Von allen Fraktionen wurden die zuständigen Stadträte sowie die städtischen Abteilungen einbezogen. Dadurch haben wir erreicht, dass viele hinter diesem Projekt stehen und dieses mitgestaltet haben. Es soll als Arbeitspapier in allen Abteilungen präsent sein.

Ähnlich beim Familienkonzept. Wir hatten drei Workshops mit verschiedenen Abteilungen und politischen Vertreter/innen. Da war ein erfreuliches Zusammenarbeiten möglich, was zu einem guten Ergebnis führte. Das sind so die großen, wegweisenden Projekte gewesen. Viele kleine Projekte sind zudem in der täglichen Arbeit umgesetzt worden.

Welche Herausforderungen stehen in den nächsten fünf Jahren an?

Der wachsende Bedarf an Kinderbetreuung und die Umsetzung der bereits beschlossenen Projekte. Im Jugendbereich sollte die Zusammenarbeit mit der OJAH fortgeführt werden. Die Jugend muss meiner Meinung nach mehr Platz in der Stadt bekommen. Ein Punkt, bei dem auch die Politik und die Bürger/innen gefordert sind und mithelfen können.

Integration ist ebenfalls ein großes Thema, das für mich in diesem Ressort bei der Kinderbetreuung anfängt. Wir müssen die Eltern unterstützen, ihre Eigenverantwortung wieder verstärkt wahrzunehmen, Anstöße geben und die Infrastruktur bestmöglich zur Verfügung stellen. Besonderes Augenmerk muss auf den Erwerb der deutschen Sprache gelegt werden.

Dies ist ein Grundpfeiler für die gute Entwicklung in der Kindergarten- und Schulzeit bzw. in der späteren Berufswelt, beispielsweise durch Treffen in Kleingruppen oder Familien, um im spielerischen Umgang die Sprachkenntnisse zu erwerben.

Das Frauenfrühstück ist ein tolles Projekt und ein Ansatz, um Freundschaften und Bekanntschaften zu pflegen. Durch solche Projekte wächst die gegenseitige Achtung und man rückt näher zusammen. Das trägt und belebt die Integration.

Wie geht es Ihnen nun ganz ohne Politik und welche persönlichen Ziele haben Sie nun im Blick?

Mir geht es sehr gut. Was mir am Anfang am meisten gefehlt hat, waren die Informationen. Schön ist, dass ich wieder mehr  Zeit für Familie, Freunde und Hobbys habe. Das Zeitfenster für private Dinge ist deutlich größer geworden, was ich sehr schätze, auch wenn ich manche Projekte noch gerne fertig gemacht hätte. Ich freue mich und bin überzeugt, dass gerade in meinem Ressort junge Leute nachkommen müssen, die mitgestalten, weil sie selber involviert sind und mitten in diesen Themen leben.

Darum finde ich es gut, dass mit Angelika Benzer jetzt eine junge und engagierte Politikerin nachgekommen ist. Ich denke, da ist eine gute Wahl getroffen worden. Angelika hat Kinder, eine Familie, hat Erfahrung in Integration. Ihr Leben spielt derzeit intensiv mitten in diesen Themen. Sie hat sehr aktive und innovative Abteilungen bzw. Referate unter sich, mit denen sie sicher erfolgreich und konstruktiv zusammenarbeiten kann.

Welches Fazit ziehen Sie über die vergangene Periode?

Arbeits- und zeitintensiv, aber auch sehr interessant. Ich habe viele Leute kennen gelernt, politisch ein gutes Team gehabt. Die letzten fünf Jahre war auch unter den Fraktionen ein gutes Klima und eine konstruktive Zusammenarbeit möglich. Ich habe gemeinsam mit meinen politischen Kolleg/innen viel erreicht und umgesetzt.