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Bürgermeldungen
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Stadtplan
04.08.2015

Stein oder Asphalt?

Visualisierung Rathausplatz innen.stadt.leben

Mit Hilfe von Experten wird die Frage nach der zukünftigen Oberflächengestaltung der Straßen und Plätze in der Innenstadt neu geprüft und bewertet.

Bekanntlich hat eine erste Ausschreibung für das erste Baufeld deutlich höhere Kosten ergeben, als die vorherige Schätzung. Die Ursache liegt zumindest teilweise an der Entscheidung für hochwertige und nachhaltige Materialien. 

Zum einen wird nun eine neuerliche, modifizierte Ausschreibung überlegt, zum anderen wird die Frage der Materialwahl nochmals unter Einbeziehung von Experten überprüft.

Das schlichte und doch edle Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs von Lohrer-Hochrein aus München erfüllt nach wie vor die daran geknüpften Erwartungen. Vieles spricht weiterhin für die Verwendung von Naturstein. Es ist aber abzuwägen, ob die Stadt sich die höheren Kosten leisten kann und will.

Für den Architekten Axel Lohrer kommen neben Naturstein nur Asphalt oder gefärbter Asphalt in Frage, Betonstein scheidet er aus qualitativen Gründen aus.

Auch ein für Straßenbeläge zuständiger Fachmann der Magistratsabteilung 28 der Gemeinde Wien bestätigt diese grundsätzlichen Aussagen.

Betonstein

Betonsteine sind eine günstige Alternative, halten aber der Belastung durch Linienbusse nicht lange stand, da die Biegefestigkeit nicht gegeben ist. Der Untergrund müsste entsprechend verstärkt werden, was wiederum höhere Kosten nach sich zöge. Die Kosten liegen bei einem Viertel bis zu einem Drittel von Naturstein, allerdings sind deutliche Nachteile in Bezug auf Verschmutzung, Festigkeit und Nachbearbeitung in Kauf zu nehmen.

Gefärbter Asphalt

Casino Bregenz Fleckerteppich

Der Experte des Magistrats Wien sieht gefärbten Asphalt sehr kritisch, da er altert und sich verfärbt sowie Verkehrsspuren bei Befahrung deutlich sichtbar sind. Jegliche Nachbearbeitung hinterlässt deutliche Flickspuren, auch wird die ursprüngliche Farbe nicht mehr treffsicher erreicht. Weniger sind Flickspuren im ungefärbten, also schwarzen/grauen Asphalt, zu sehen. Mit „gewöhnlichem“ Asphalt verringern sich aber die gewünschte ästhetische Wirkung und die Unterscheidbarkeit zwischen Straßen und gestalteten Innenstadtflächen.

Bild: Der rund zehn Jahre alte Belag des Festspielplatzes in Bregenz weist schon deutliche Farbveränderungen auf. Die jüngsten Baumaßnahmen rund um das Casino veranschaulichen die Fleckerlteppich-Problematik.

Naturstein

Naturstein bringt die längste Haltbarkeit mit sich, spätere Arbeiten können nahezu unsichtbar ausgeführt werden, weil die Steine einfach heraus gehoben und nach Ausführung der Arbeiten im Untergrund wieder verlegt werden können. Ein deutlicher Nachteil sind die höheren Anschaffungskosten. Denkbar wäre auch eine Kombination aus Naturstein und Betonpflaster, insbesondere bei nicht befahrenen Flächen.

Natursteine sind durch die um vieles längere Haltbarkeit und Wiederverwertbarkeit wesentlich umweltfreundlicher als Beläge, die nach relativ kurzer Zeit wieder abgetragen, entsorgt und erneuert werden müssen.

Die Kosten im Vergleich 

Nach den Angaben der Experten ist gefärbter gegenüber schwarzem Asphalt inklusive Unterbau fast um die Hälfte teurer. Wird der gefärbte Belag auch noch geschliffen, ist dieser fast doppelt so teuer. Naturstein kommt zwar noch einmal in etwa doppelt so teuer. Angesichts dessen langer Haltbarkeit ist jedoch zu berücksichtigen, dass Asphalt nach jeweils rund 15 bis 30 Jahren abgefräst und die Deckschicht erneuert werden muss, was wiederum neben Abfall erhebliche Kosten verursacht.

Nächste Schritte werden in politischen Gremien getroffen

Die politischen Gremien beraten über den Sommer über die nächsten Schritte. Aus der letzten Arbeits- und Lenkungsgruppe wurde der klare Auftrag übergeben, eine Lösung zu finden, um die gesetzten Ziele für die Hohenemser Innenstadt weiter zu verfolgen.

innen.stadt.leben

innen.stadt.leben

Das Projekt innen.stadt.leben startete 2014 und hat zum Ziel, die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu erhöhen. Attraktiv und verkehrsberuhigt soll sie Einheimische und Gäste gleichermaßen anziehen, einen bleibenden Eindruck hinterlassen und „Lust auf mehr“ machen. Die Einzigartigkeit der Stadt soll im Reigen der Vorarlberger Städte wieder gestärkt und Wirtschaften sowie Wohnen in der Innenstadt noch attraktiver werden.

Mit breiter Bürgerbeteiligung sowie unter Einbindung der politischen Akteur/innen und der Interessenvertreter/innen aus Wirtschaft und Tourismus, Familien sowie Kultur wurden Ziele und Wünsche für einzelne Bereiche der Innenstadt als Grundlage erarbeitet. Eine eigene Arbeitsgruppe für den Schlossplatz soll noch dieses Jahr starten.