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Bürgermeldungen
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Stadtplan
09.12.2015

Infoveranstaltung BB Zoll

Vergangene Woche befasste sich der Planungsausschuss mit Umwidmungsanliegen im Betriebsgebiet (BB) Zoll.

In einer Veranstaltung, zu der auch die Bewohner/innen und Grundstückseigentümer/innen eingeladen waren, erläuterte DI Alfred Eichberger, Büro Stadtland, die Gründe, warum diese Fläche vor mehr als zehn Jahren bereits als Betriebsfläche vorgesehen wurde und warum es aus fachlicher Sicht Sinn macht, an den damaligen Entscheidungen festzuhalten.

Bereits 2003 wurde im Räumlichen Entwicklungskonzept der Stadt Hohenems (REK) als Zielsetzung festgehalten, bestehende Betriebsgebiete aufzuwerten und das Gebiet zwischen Rheintal-Binnenkanal und Autobahn, nördlich der Diepoldsauer Straße (L 46) bis zur heutigen Landesgrünzone als Betriebsgebiet zu entwickeln. 2007 wurde der Flächenwidmungsplan Hohenems aufbauend auf das REK umfassend überarbeitet und das Betriebsgebiet Zoll durch eine Umwidmung von Baufläche Mischgebiet (BM) zu Baufläche Betriebsgebiet 1 (BB 1) geschaffen. Begründet wurde diese Umwidmung durch die Lage und die Vorbelastung des Standorts durch Verkehr und Lärm und seine gute Eignung für eine betriebliche Nutzung. Die Wohn- und Lebensqualität wird hier zudem durch drei Hochspannungsfreileitungen beeinträchtigt. Einer Weiterentwicklung zur betrieblichen Nutzung wurde daher einer weiteren Bebauung zur Wohnnutzung der Vorzug gegeben.

Aber auch nach der Umwidmung gilt die sogenannte Bestandsregelung. D. h. die bereits bestehende Wohnnutzung bleibt weiterhin möglich. Es sind sogar Um- und Zubau bis zu einem Ausmaß von 50 % des Bestandes möglich.

Das Flächenwidmungsverfahren wurde 2007 ordnungsgemäß durchgeführt. Es wurden damals sogar über die Vorgaben des Raumplanungsgesetzes hinaus Sprechstunden mit den Planer/innen angeboten. Bürgermeister DI Richard Amann betonte jedoch, dass die Information der Betroffenen heutzutage sicherlich noch umfangreicher und aktiver erfolgen würde.

Die Situation hat sich bis heute nicht wesentlich verändert. Die Verkehrs- und Lärmbelastung hat zugenommen und es ist zu erwarten, dass diese durch angedachte Baumaßnahmen der ASFINAG im Bereich des BB Zoll zur Entschärfung der Rückstauerscheinungen bei der Autobahnabfahrt noch zunimmt. Die Lärmbelastung liegt zu einem Großteil deutlich über den Grenzwerten für eine Wohnnutzung. Auch aufgrund der Hochspannungsleitungen wäre auf dem überwiegenden Teil der Fläche eine Bewilligung von Wohnbauten nicht möglich. Sehr wohl aber bestehen Spielräume zur Entwicklung der gewerblichen Nutzung. Die Thematik soll nun in den städtischen Gremien ergebnisoffen weiterdiskutiert werden.