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Bürgermeldungen
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Stadtplan
17.11.2015

Bürgermeister antwortet auf Verkehrspetition

Kreuzung Graf-Maximilian-Straße – Jakob Hannibal-Straße

Auf eine Petition von knapp 100 Bürger/innen zur Verkehrssituation in der Graf-Maximilian-Straße reagierte Bürgermeister DI Richard Amann mit einem Brief an alle Petent/innen:

Darin heißt es unter anderem: „Hohenems hat über Jahrzehnte darunter gelitten, dass der gesamte Verkehr durch das Stadtzentrum rollte. Diese alltägliche Belastung hat eine zukunftsweisende Entwicklung unserer Stadt blockiert.

Die Verlegung der Landesstraße 190 auf die neu errichtete, sogenannte „Spange“ hat es im Jahr 2010 ermöglicht, den Schwerverkehr völlig und den motorisierten Individualverkehr weitestgehend aus dem historischen Zentrum hinaus zu bringen. Die Verkehrsplanung ging damals davon aus, die Durchfahrt durch das Zentrum durch eine Sperre am Schlossplatz zu verunmöglichen. Diese Maßnahme wurde einige Zeit lang auf einer Fahrspur gesetzt. Zwei Petitionen von Anrainer/innen und Wirtschaftstreibenden haben schließlich dazu geführt, das Konzept weiterzuentwickeln und zu optimieren. Nach vielen Gesprächen und Diskussionen, reiflichen Überlegungen und der Prüfung durch Expert/innen wurde die nun gültige Verkehrslenkung umgesetzt. Ziel ist es, dass alle Punkte im Zentrum aus jeder Richtung leicht erreichbar sind, dass aber eine geradlinige Durchfahrt nicht möglich ist. Dies wird unter anderem durch die beiden Einbahnregelungen beim Rathaus und am unteren Ende der Marktstraße erreicht.

Die Verkehrszählungen, aber vor allem die Sanierung zahlreicher Gebäude und die Eröffnung mehrerer neuer Geschäfte und Unternehmen im Zentrum zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Zu beachten ist, dass wir bislang lediglich verkehrslenkende Maßnahmen umsetzen konnten. Die für einen Erfolg mindestens ebenso wichtige Gestaltung von Straßen und Plätzen ist erst im Planungsstadium. Unter intensiver Beteiligung von Bürger/innen wurden und werden im Prozess innen.stadt.leben die Weichen für mehr Lebens- und Aufenthaltsqualität sowie für eine attraktive ökonomische Entwicklung gestellt. Die grundlegende Umgestaltung der öffentlichen Räume wird die Zielsetzungen des Verkehrskonzepts unterstreichen und verdeutlichen.

Richtig ist, dass die derzeitige Regelung für einige Seitenstraßen in der Innenstadt zu einer geringfügigen Mehrbelastung führt. Hier werden auch weitere Überlegungen notwendig sein, wie die Anrainer/innen mittel- und langfristig entlastet werden können.

An einem Punkt – nämlich bei den Bussen – sind wir in absehbarer Zeit vermutlich schon einen Schritt weiter: (…) Um hier die Innenstadt zu entlasten, sollen die großen Busse das Zentrum zukünftig möglichst umfahren. Der Stadtkern soll dann mit Kleinbussen erschlossen werden, wodurch dann die Belastung für Sie als Anrainer/innen sinken soll. (…)

Alle Fachleute sind sich einig, dass die Rücknahme der Einbahnregelung den Durchzugsverkehr zu einem großen Teil wieder durch das Zentrum locken würde. Dies würde nicht nur die bereits erreichte Entwicklung hin zu mehr Aufenthaltsqualität und zu einer prosperierenden Wirtschaft rückgängig machen, sondern auch die Verkehrsbelastung aller Bewohner/innen im Zentrum wieder deutlich erhöhen.

So sehr wir Verständnis dafür haben, dass sich für Sie subjektiv aus der derzeitigen Situation kurzfristige Nachteile ergeben, so sehr sind wir doch davon überzeugt, dass durch die von Ihnen vorgeschlagenen Maßnahmen, das von Ihnen angestrebte Ziel einer Verkehrsentlastung in keinster Weise erreicht werden kann. Hierzu ist es weitaus sinnvoller, den von der Stadt eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Die Umgestaltung und weitere Verkehrsberuhigung des Stadtkerns, also des Planungsgebiets innen.stadt.leben wird letztlich auch zu einer Entlastung der Seitenstraßen führen.

Abschließend möchte ich noch auf die von den Organisator/innen der Petition angeführten Zahlen, wonach es an der Kreuzung der Graf-Maximilian-Straße mit der Jakob-Hannibal-Straße (Habsburg) in den letzten drei Jahren acht Unfälle mit 16 Verletzten gegeben hat, eingehen.

Es gab im Jahr 2012 in diesem Bereich zwei Unfälle mit Personenschaden, 2013 waren es fünf, 2014 einer und 2015 gab es bislang überhaupt keine Unfallverletzten mehr an dieser Stelle. Eine genaue Betrachtung der Zahlen zeigt, dass es nach der Umstellung des Verkehrs auf die derzeitige Regelung, die am 6. September 2013 erfolgte, zwei Unfälle mit Personenschaden gab. Tendenz sinkend. Diese Verkehrsregelung führte zu einer deutlichen Verkehrsreduktion auf der Jakob-Hannibal-Straße nördlich der Habsburg und zu mehr Sicherheit. Auch die Unfallzahlen sprechen also klar und deutlich für die derzeitige Verkehrslenkung."