Hofkindergarten
Hohenems beschreitet neue Wege.
Ab September 2012 wird das vielfältige Angebot an Hohenemser Kindergärten mit unterschiedlichen pädagogischen Schwerpunkten um eine weitere Form reicher. In enger Kooperation mit dem Bäuerlichen Schul- und Bildungszentrum (BSBZ) entsteht am Alten Rhein, am Rheinhof – dem Schulungshof des BSBZ – und im Umfeld der Schule ein Hof- und Naturkindergarten.
Eine Gruppe von 16 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren wird hier zusammen mit zwei Pädagoginnen ohne klassische Kindergartenräumlichkeiten spielen und lernen. Die Stadt Hohenems betreibt bereits seit 2008 einen Waldkindergarten und konnte hier umfangreiche und positive Erfahrungen in der naturnahen pädagogischen Arbeit sammeln. „Die Natur ist ein hervorragender Lehrmeister und ermöglicht den Kindern vielfältigste Erfahrungen,“ berichtet Kindergartenreferentin Gertraud Gächter. Schon bisher besucht der Kindergarten Lustenauer Straße regelmäßig den landwirtschaftlichen Betrieb des BSBZ. „Aus diesem Kontakt entsteht nun eine enge Partnerschaft. Kindergarten und Schule beschreiten innovative Wege“, freut sich Bürgermeister DI Richard Amann.
Um einen Ort für Gruppenaktivitäten zu haben, wird auf dem Gelände des BSBZ ein Tipi (Indianerzelt) aufgestellt. Naturnahe Kindergärten müssen darüber hinaus über einen beheizbaren Rückzugsraum für extreme Wetterlagen verfügen können. „Erfahrungen aus dem Waldkindergarten zeigen, dass dieser jedoch nur sehr selten benötigt wird. Für den Hofkindergarten steht ein Gruppenraum im nahe gelegenen Kindergarten Lustenauer Straße zur Verfügung“, erläutert Familienstadträtin Edith Mathis. Dorthin werden die Kinder auch am Morgen gebracht, bevor sie gemeinsam zu Fuß zum Hof gehen. „Denn der pädagogische Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Bewegung und Sinneserfahrung. Die Hofkinder spielen zum Großteil spielzeugfrei und können sich dadurch ganz auf ihre Spielgefährten und die Umgebung konzentrieren“, beschreibt Gächter den konzeptiven Hintergrund. „Der Alltag heutiger Kinder macht die Erfahrung mit großen Nutztieren nahezu unmöglich. Hier bieten wir den Kindern ursprüngliche Erfahrungen und vermitteln verloren gegangenes Wissen über die Verarbeitung der Produkte der Tiere und des Hofes. Durch die Pflege eines eigenen Beetes erfahren die Kinder unmittelbar das Wunder des Wachstums aber auch die Notwendigkeit der Pflege, der Arbeit und der Verarbeitung der Produkte, die dann im Hofladen verkauft werden. Die tägliche Jause wird teilweise mit den Kindern gemeinsam zubereitet. Nach Möglichkeit werden dafür Produkte aus dem Hofladen genutzt. Kinder, die über Mittag betreut werden, erhalten im BSBZ ein Mittagessen.“ Auch der Direktor des BSBZ Markus Schwärzler zeigt sich über das Kooperationsprojekt erfreut: „Hof und Natur vermitteln nicht nur Werte, sondern sind für die Kinder auch das abenteuerlichste und schönste Spielzimmer. Wo Phantasie und Kreativität ihren Ursprung nehmen, haben nun unsere Jüngsten die Möglichkeit, sich fern der materiellen Welt, zu entfalten. Unsere Schulanlage, der ehemalige landwirtschaftliche Betrieb der Stadt, bietet dafür optimale Voraussetzungen. Bildung gelingt durch Vernetzung. Ich bin überzeugt, dass uns dieses innovative Projekt noch sehr viel Freude bereiten wird.“
Bild: Kindergarten Lustenauer Straße zu Besuch am Rheinhof




